Das Public Viewing am Neuen Platz in Klagenfurt ist absurd. So lautet die Meinung von Andrea Biro-Unzeitig, die dort ihr Hotel Palais Porcia betreibt und mit vielen lauten Abenden und somit unzufriedenen Hotelgästen rechnet. Weil die Fußball-Weltmeisterschaft ab 11. Juni in Nordamerika über die Bühne geht, finden einige Spiele bei uns in der Nacht statt. Am Neuen Platz dürfen sechs Partien bis 1 bzw. 2 Uhr gezeigt werden, ein Österreich-Spiel startet um 6 Uhr in der Früh.

Auf Unzeitigs Kritik, die sie in der Kleinen Zeitung äußerte, reagiert jetzt Public-Viewing-Veranstalter Manfred Dobesch. Für ihn steht fest: „Rücksichtnahme und ein respektvolles Miteinander müssen bei jeder Großveranstaltung oberste Priorität haben“, sagt Dobesch, der in einer Stellungnahme die Vorteile der Veranstaltung in den Fokus rückt. Das Event, das seit 20 Jahren im Zuge von Fußball-Großbewerben stattfindet, habe sich zu einem Treffpunkt für Einheimische und Gäste entwickelt. „Es bringt Menschen zusammen, schafft Gemeinschaftserlebnisse und belebt die Klagenfurter Innenstadt“, sagt Dobesch.

Genehmigungen liegen vor

Wann die Partien in Amerika starten, liege nicht in seiner Hand, betont der Klagenfurter Eventunternehmer. 48 der 104 WM-Spiele darf er am Neuen Platz übertragen. Für alle, auch für jene Übertragungen bis in die späten Nachtstunden, liegen entsprechende behördliche Prüfungen und Genehmigungen vor.

Manfred Dobesch (Mitte) leitet eine Eventfirma in Klagenfurt
Manfred Dobesch (Mitte) leitet eine Eventfirma in Klagenfurt © Kk/dobesch

Dass es aber nicht nur kritische Stimmen aus der Anrainerschaft gibt, beweist unter anderem Nathalie Lorenz. Die Direktorin des Hotels Moser Verdino fiebert der Übertragung der Fußball-WM mit Vorfreude entgegen. Sie geht nicht davon aus, dass es zu Problemen oder verärgerten Gästen kommen wird, sagte sie in der Kleinen Zeitung. „Diese unterschiedlichen Sichtweisen zeigen, dass das Public Viewing nicht nur Belastung, sondern auch Chance sein kann“, ist Dobesch der Meinung. Klagenfurt lebe von einer „lebendigen Innenstadt, von Veranstaltungen und von Begegnungen. Gerade internationale Sportereignisse schaffen eine besondere Atmosphäre und tragen dazu bei, unsere Stadt als offenen und gastfreundlichen Standort zu präsentieren“.