In Graz entwickelte „Lärm-Blitzer“ sollen zu laute und vor allem unerlaubt getunte Autos erkennen, „Handy-Blitzer“ indes verbotene Smartphone-Nutzung am Steuer dokumentieren. Kärnten und Vorarlberg sind für die Einführung der neuen Technologie, um Gesetzesübertretungen zielsicher strafen zu können. Ebenso das Bundesland Salzburg, wo bereits entsprechende Versuche durchgeführt werden. Währenddessen streiten in der Steiermark Grüne und FPÖ über Tests und Rechtsgrundlagen des neuen Kontrollsystems.
Erst müsse der Bund eine flächendeckende Nutzung ermöglichen, so der Standpunkt der blauen Verkehrslandesrätin Claudia Holzer. Die im Gemeinderatswahlkampf befindliche Grazer Vizebürgermeisterin Judith Schwentner von den Grünen hat naturgemäß andere Vorstellungen. Doch nicht nur in der Politik, sondern auch unter unseren Leserinnen und Lesern scheiden sich beim Thema die Geister.
„Unbedingt und so schnell wie möglich einführen“
Keinen Zweifel an der Sinnhaftigkeit schärferer Kontrollen hat „petera“. Diese seien „für den Schutz der Anrainer und die Verkehrssicherheit auf jeden Fall wichtig“. Ähnlich die Einschätzung von „gallerherbert65“, die sich eindeutig liest: „Unbedingt und so schnell wie möglich einführen.“ Ehe „gluecksfee61“ ergänzt: „Je früher, desto besser.“
Auch für „Mein Graz“ würden die Vorteile von Lärm- und Handy-Blitzern auf der Hand liegen: „Wer mit dem Handy am Steuer spielt, gefährdet Menschenleben. Wer mit manipulierten Auspuffanlagen durch Wohngebiete fährt, raubt Tausenden die Lebensqualität. Moderne Technik kann helfen, solche Verstöße einfacher und wirksamer zu ahnden.“
Umso unverständlicher sei die Argumentation der steirischen Landesregierung: „Statt die neuen Systeme zu unterstützen, wird auf Zuständigkeiten, fehlende Gesetze und weitere Tests verwiesen. Das wirkt wie eine Ausrede, um nichts tun zu müssen.“ Dabei sollte die Steiermark, so „Mein Graz“ weiter, „Vorreiter sein – und nicht das Schlusslicht“.
„Die Welt wird deswegen auch nicht gerettet“
Während sich „Fafner“ einerseits sicher ist: „Krawallmacher sollten härter bestraft werden als Schnellfahrer.“ Äußert der User Bedenken, was die Sinnhaftigkeit der Kontrolle unerlaubter Smartphone-Nutzung betrifft: „Jedes moderne Auto hat einen Bildschirm, auf dem mangels echter Tasten auch während der Fahrt herumgewischt wird.“
Zwar ortet „ErWo“ mit der neuen Technologie „eine enorme Einnahmequelle“ auf der Grazer Riesstraße, hält aber fest, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen passen müssten: „Ich persönlich halte solche Lärm-Radars für sehr sinnvoll, aber was hilft das wirklich, wenn es rechtlich nicht hält und etliche Einsprüche und Strafaufhebungen zur Folge hat?“ Verwundert über die Richtung der Debatte zeigt sich „peterbau84“: „Ein eigenes Volk sind wir geworden. Das darf man nicht und das sowieso nicht. Die Welt wird deswegen auch nicht gerettet.“ Nachsatz: „Weil ohne Luft-100er gehen wir sowieso alle zugrunde!“
Schließlich plädiert „Identität“ für härtere Strafen bei Alkohol und/oder Drogen am Steuer. Außerdem sollte man „Fahrzeuge mit mehr als 50 km/h Überschreitung sofort einziehen“. Bestehende Gesetze seien „sinnvoll einzusetzen“, da alles andere „nur eine weitere Belastung“ darstelle. Denn, so der User weiter: „Richtigen und dauerhaften Lärm verursachen die Zweitakter, die Müllabfuhr, die Straßenreinigung und Flugzeuge, im Besonderen die Hubschrauber, die sinnlos über der Stadt kreisen.“