„Rocket Woman“, also „Raketenfrau“, stand unlängst in großen Lettern auf dem Cover des Time-Magazins, das Gwynne Shotwell die Titelgeschichte widmete. Beim US-Weltraum- und Technologie-Konglomerat SpaceX steht an sich Elon Musk im Dauer-Rampenlicht. Doch da gibt es – nach außen bisweilen etwas im Schatten – eben noch die Präsidentin und Chefin des operativen SpaceX-Geschäfts (COO), die 62-jährige Shotwell. Sie wurde auch schon als „wahre Chefin von SpaceX“ und „Frau hinter Musks Erfolg“ tituliert.

Ihr Werdegang ist bemerkenswert. Musk selbst hatte sie kurz nach der Konzerngründung 2002, als SpaceX vielfach noch als Hirngespinst des streitbaren Tech-Visionärs abgetan wurde, an Bord geholt, als elfte Beschäftigte der Firmenhistorie. Nun steht SpaceX an der Schwelle zum Börsengang, der am kommenden Freitag mit prognostizierten Einnahmen von 75 Milliarden Dollar und einer Firmenbewertung von bis zu 1800 Milliarden Dollar alle bisherigen Börsenrekorde pulverisieren soll. Ganz vorne im Kommandoraum dirigiert auch Shotwell. Die Ingenieurin fiel schon als Schulkind mit Brillanz in Mathematik und Naturwissenschaften auf. Später studierte sie Maschinenbau, schloss mit Auszeichnung ab und setzte dann noch einen Master in angewandter Mathematik drauf.

Astronomisch fällt auch die Vergütung aus

Die verheiratete Mutter von zwei Kindern dockte zunächst kurz bei Chrysler an, ihre Karriere im Weltraum-Business nahm schließlich bei der Aerospace Corporation in Kalifornien als Chefingenieurin sowie beim auf günstige Trägerraketen spezialisierten Start-up Microcosm Fahrt auf. Für SpaceX fädelte sie maßgeblich erste milliardenschwere NASA-Aufträge, 2008 wurde sie SpaceX-Präsidentin. Im Vorjahr zählte sie zu den bestbezahlten Führungskräften der USA. Auch hier wird‘s astronomisch: Ihre Vergütung summierte sich, vor allem durch Aktien und Optionen, auf 85,8 Millionen Dollar.