Gut ausgegangen ist eine internationale Tierrettung, die ehrenamtliche Helfer in Italien und Österreich durchgeführt haben. Der Einsatz dauerte fast zwei Monate. Heuer im Frühjahr kam die reinrassige Beagle-Hündin Daisy nach Wien. Tierschützer hatten sie in Griechenland von der Straße gerettet. Von ihrer restlichen Vergangenheit ist nichts bekannt.
Von Wien ging es für das gestresste Tier schließlich nach Kärnten, an eine Familie, die anonym bleiben möchte. Bei den neuen Hundebesitzern in Südkärnten lebte bereits eine Beagle-Hündin, die bei der Eingewöhnung helfen sollte. Doch nach nur drei Tagen passierte ein Unglück.
Beim Böllerschießen verschreckt
Beim Gassigehen löste sich der Karabiner vom Geschirr der Hündin. „Es war Ostersonntag und es wurden Böller geschossen. Wir haben noch einen ganzen Tag lang in der Ortschaft im Süden von Österreich gesucht, aber die unter anderem auch von der Knallerei verschreckte Hündin war weg“, erzählt die ehrenamtliche Tierretterin Marion, die für einen Teil der Suche extra Urlaub nahm und nach Kärnten fuhr.
Sie hat Familie in Kärnten, lebt aber derzeit in Wien und hatte die Hündin dort nach der Ankunft aus Griechenland zwei Wochen lang zur Pflege vor der Vergabe. „Da sie in der Nähe nicht mehr zu finden war, haben wir über Facebook um Informationen gebeten im Falle von Sichtungen“, so Marion.
Erst ein paar Wochen später gab es gute Nachrichten für die Hundebesitzer. Zur Überraschung aller war Daisy aber nicht in Kärnten, sondern im Kanaltal in Italien gesichtet worden. Dort hatte die ehrenamtliche Hundesucherin Irene Guerriera den Facebook-Aufruf geteilt, wie die italienische Tageszeitung „Il Gazzettino“ berichtet. „Hündin Daisy lief täglich 30 bis 40 Kilometer weit. Das wissen wir, weil es Videomaterial gibt, das sie bei Fusine in Tarvis zeigt und in Pontebba, aber dann war sie auch einen Tag im Gailtal. Sie hatte noch das Geschirr am Körper. Dadurch war sie identifizierbar“, sagt Irene aus Udine, die dort an einer Schule unterrichtet.
In Gasthaus um Fressen gebettelt
Nachdem die Hündin beim Gasthaus „Ristorante Rio Argento“ in Malborghetto Valbruna bevorzugt vorbeischaute, um an Essbares zu kommen, wurde dort versucht, sie einzufangen. Doch das gelang nicht. Die geschockte Hündin lief auf die Straße. Ein Autofahrer wollte sie ebenfalls einfangen, auch das misslang. Erst in einem privaten Garten ließ sich Daisy mit Hilfe der Hausbesitzer in Sicherheit bringen.
Dafür musste Irene aber für mehrere Wochen mehrere Tage von Udine nach Malborghetto fahren, um die Hündin gemeinsam mit Sara anzufüttern. Sie bauten den Gartenzaun mit einer ferngesteuerten Hundefalle mit Unterstützung des Vereins „Gli amici di Martino ed Elvis“ zu einer komplett umzäunten Zone aus.
So gelang es schließlich, Daisy einzufangen. Nach diesem Abenteuer kann jetzt bei ihrem überglücklichen Besitzer in Kärnten ein neuer, ruhiger Lebensabschnitt beginnen. Marion bedankt sich bei allen, die bei der ungewöhnlichen Tierrettungsaktion mitgeholfen haben: „Alle haben zusammengeholfen. Wir wurden in Italien von Sandro sogar die meiste Zeit über gratis verköstigt und herzlichst umsorgt. Ich bin immer noch ganz überwältigt von dieser Erfahrung. Der Einsatz von Irene ist sowieso mit nichts aufzuwiegen, aber auch ohne die Hilfe von Anna Lisa und Jennifer wäre es nicht gegangen.“