Es waren ermüdende Debatten und Diskussionen, die jahrelang um das Buberlemoos in Pörtschach geführt worden sind. Das Feuchtgebiet im Wörthersee hätte eigentlich verbaut werden sollen, die sogenannten „Lagunen-Pläne“ zogen die Investoren vor knapp einem Jahr aber zurück, nachdem dafür die Zustimmung der Bundesforste ausgeblieben ist. Auch Teile des Gemeinderats kritisierten das Vorhaben scharf, diese Woche bekannte sich das Gremium final zum Schutz des Feuchtgebiets.
Einstimmig beschloss der Gemeinderat das neue Örtliche Entwicklungskonzept (ÖEK). In diesem befindet sich das gesamte Areal inklusive der angrenzenden Magerwiesen außerhalb der Bebauungslinien. Damit sind Umwidmungen oder Bauprojekte am Buberlemoos zumindest in den nächsten zehn Jahren nicht möglich. „Der Ausverkauf unserer Heimat konnte in diesem Fall verhindert werden“, sagt FPÖ-Gemeindevorstand Florian Pacher, der sich gemeinsam mit den Grünen seit über fünf Jahren für den Schutz der Flächen ausspricht.
„Starkes Zeichen für die Bevölkerung“
Auch dort ist die Freude über den Beschluss groß. „Wir sind dankbar, dass der Gemeinderat letztlich einstimmig das Buberlemoos für Bauprojekte off-limits gemacht hat. Es ist ein starkes Zeichen für die Bevölkerung, dass wir uns in dieser wichtigen Sache intern geeinigt und gemeinsam aufgetreten sind“, sagt Gabriele Hadl von den Pörtschacher Grünen. Im Pörtschacher Gemeinderat sorgte der einstimmige Beschluss durchaus für Verwunderung. In der Vergangenheit war speziell aufseiten der absolut regierenden ÖVP keine flächendeckende Ablehnung gegen das Lagunen-Projekt vorhanden.
Jetzt freut sich Bürgermeisterin Silvia Häusl-Benz (ÖVP), „dass hier eine gemeinsame Entscheidung über Parteigrenzen hinweg getroffen werden konnte. Damit ist klar festgelegt, dass Umwidmungen oder Bauprojekte im Bereich des Buberlemooses in den kommenden Jahren nicht umsetzbar sind. Darüber hinaus sollte auch die Möglichkeit eines Ankaufs der Flächen durch die öffentliche Hand verfolgt werden“.
Ein deutscher Unternehmer und ein Kärntner Medienexperte planten zuletzt, das geschützte Feuchtgebiet durch eine künstliche Wörthersee-Lagune zu ersetzen. Angeblich, um toxische Altlasten zu entfernen. Der Nebeneffekt der Seeerweiterung: Es wären Ufer-Plätze für Einfamilienhäuser entstanden. Mehrere Messungen und Gutachten führten zu unterschiedlichen Ergebnissen. Schlussendlich waren aus Sicht der Bezirkshauptmannschaft Klagenfurt-Land sogar die Voraussetzungen für die Lagune gegeben, für die Bundesforste überwog jedoch der Schutz des Schilfsbestands. Die Projektwerber beeinspruchten die Entscheidung, zogen im vergangenen August aber vor einem Verdikt ihren Projektantrag zurück. Damit kehrte Ruhe am Buberlemoos ein. Das wird auch die nächsten zehn Jahre so bleiben.