Fest steht definitiv eines: In der aktuellen Woche wird der heimische Basketball-Meister gekürt. Noch offen ist, wann genau das passiert. Heute (18 Uhr, ORF Sport+ live) hat Oberwart vor Heimpublikum nach zwei Siegen in der „Best-of-five“-Finalserie noch einen Matchball. Gewinnt Kapfenberg jedoch wie in Spiel drei, folgt am Samstag (18 Uhr) das alles entscheidende, fünfte Finalspiel wieder im Mürztal.

Vor dem Duell und nach dem jüngsten Sieg von Kapfenberg tat sich abseits des Spielfeldes jedoch ein Nebenschauplatz auf: Oberwart-Urgestein und -Kapitän Sebastian Käferle gratulierte Kapfenberg nach dem dritten Spiel standesgemäß zum Sieg, warf einem nicht genannten Kapfenberg-Funktionär aber vor, ihn beschimpft zu haben. Dies artete in der Hitze des Gefechts in eine Schlammschlacht aus, die beweist: In einem Finale, da menschelt es. Oberwart wisse, wie man Emotionen schürt, sagt Michael Schrittwieser, der Manager der Kapfenberger, durchaus wertfrei – dies sei ein strategischer Ansatz. „Es ist auch klar, warum: Oberwart hat das höchste Fan-Potenzial. Das muss man neidlos anerkennen. Und um die Fans zu mobilisieren, muss man Emotionen schüren und ein Feindbild aufbauen.“

Kapfenberg muss seine eigenen Emotionen zügeln

Die Gegenstrategie müsse für Kapfenberg auch im vierten Finalspiel lauten, kühlen Kopf zu bewahren, über das eigene Tempo die Emotionen und das Spiel zu kontrollieren. „Diesem Spiel mit Emotionen zu begegnen, wäre der größte Fehler. Für Oberwart ist es dann am schwierigsten, wenn es ein kontrolliertes, taktisch geprägtes Spiel ist“, sagt Schrittwieser und fügt wortgewandt an: „Denn Oberwart ist ungekrönter Champion auf dem Schlachtfeld der Emotionen.“

Oberwart-Geschäftsführer Thomas Linzer widerspricht Schrittwieser entschieden. Es sei nicht die Einstellung der Burgenländer, Emotionalität an den Tag zu legen. „Michael Schrittwieser hält das vielleicht anders. Aber die Begleitmusik, die da derzeit spielt, ist höchst entbehrlich. Es ist genug Spannung im Spiel, dass man nichts inszenieren muss“, sagt Linzer, nicht ohne Sebastian Käferle jedoch zu verteidigen. Der Betroffene wollte sich zum betreffenden Fall nicht mehr äußern, um sich auf das Finale zu fokussieren. Das entspreche auch der Haltung, sagt Linzer, „dass wir uns auf uns selbst konzentrieren wollen“.

Die Chance, vor Heimpublikum den Titel zu holen, will Oberwart unbedingt nützen. Kapfenberg hingegen will ein fünftes Spiel, um dann umgekehrt in der Walfersamhalle über den achten Meistertitel der Vereinsgeschichte jubeln zu können. Sein Team habe aus zwei Auftaktniederlagen gelernt, sagt Schrittwieser: „Erst im dritten Spiel ist es uns gelungen, das Spiel und die Ballbesitzphasen zu kontrollieren und wenig Fehler zu machen.“ Kapfenberg-Trainer Klym Artamonov gibt an, zu wissen, was zu tun ist, um Oberwart in Schach zu halten. „Wir tun alles, was uns möglich ist und geben unsere gesamte Energie, um ans Ziel zu kommen“, sagt der Cheftrainer.