Tierschutzorganisationen sprechen von den schwersten bekannten Vergiftungsfällen der vergangenen Jahre in Österreich: Im Lesachtal wurden seit dem 16. April sechs verendete Gänsegeier entdeckt. Analysen haben nun den ersten Verdacht bestätigt. Fünf Untersuchungen sind bereits abgeschlossen. Die Analysen der Veterinärmedizinischen Universität Wien und der Ludwig-Maximilians-Universität München ergaben bei ihnen allen als Todesursache eine Vergiftung mit Carbofuran – einem seit Längerem EU-weit verbotenen Pestizid. Die Tierschützer gehen nun von einem gezielten Giftanschlag auf die Wildtiere aus. Es wird angenommen, dass Giftköder ausgelegt worden waren.
Ein Tier überlebte
Die Kadaver wurden in den Gemeinden Untertilliach und St. Lorenzen entdeckt. Ein weiterer Gänsegeier war noch am Leben und wurde in der Auffang- und Pflegestation der Burg Landskron aufgepäppelt und dann wieder freigelassen. Man habe das Landeskriminalamt Kärnten eingeschaltet, da so viele Tiere auf kleinstem Raum betroffen waren und eine natürliche Ursache unplausibel schien, wie Johannes Hohenegger, Greifvogelexperte bei Birdlife Österreich, schilderte.
Birdlife, WWF Österreich und die Vulture Conservation Foundation appellierten an die Bevölkerung, Hinweise zur Tat an die Polizei zu melden. Das Landeskriminalamt wurde bereits eingeschaltet. „Wer Carbofuran auslegt, nimmt den Tod geschützter Wildtiere bewusst in Kauf. Sieben betroffene Gänsegeier in einem einzigen Tal sind ein schwerer Fall von Wildtierkriminalität“, betonte WWF-Artenschutzexpertin Christina Wolf-Petre gegenüber der Austria Presse Agentur.