Ihr Video erzielte auf Facebook sagenhafte 735.000 Zugriffe und 130.000 Likes von Kärnten bis Neuseeland. Und dabei sind sie erst acht und zehn Jahre alt. Aber sie spielen Harmonika wie die Großen und singen dazu, ob flott im Polka-Takt wie bei „Unsre Tante Mitzi“, „Mi se imamo radi“ oder gefühlvoll getragen wie bei der Volksweise „Der alte Jäger“, die sie im Schloss Mageregg bei der Verleihung des Kärntner Landeswappens an den Klub der Jagdfreunde Kärntens/Klub prijateljev lova als Überraschung zum Besten gaben. Begeisterte Zuhörer stellten davon ein Video ins Netz, das bis heute um die Welt geht.

Oberkrainer

Lukas Deutschmann (8) und Alexander Pachatz (10) sind Meister der steirischen Harmonika und interpretieren zweistimmig, auswendig und fehlerlos auch die schwierigsten Stücke der Oberkrainer und wurden 2024 mit dem Ensemble „Die Knirpse“ Staatsmeister in ihrer Alterskategorie. Lukas erreichte 2025 im Solo den begehrten Titel und war mit sieben Jahren der jüngste Dreifach-Staatsmeister Österreichs, zwei Jahre nachdem er mit dem Spielen begonnen hatte.

Am Samstag treten sie in St. Vigil in Südtirol das erste Mal als Duo „Draufgänger Buam“ zur Österreichischen Staatsmeisterschaft an, die gemeinsam mit der Weltmeisterschaft stattfindet. Dafür eingeübt haben sie die Autobahn-Polka und den Slowenischen Bauerntanz von Slavko Avsenik, sowie den Ebenthaler Walzer ihres Musiklehrers Werner Katholnig, der sie gelehrt hat, zu spielen, ohne Noten zu lesen. Über jede Note setzt Katholnig, dessen Schüler seit 2014 schon 138 Stockerlplätze erreicht haben, ein Symbol oder eine Zahl, die einem Finger entspricht. „Wir üben, bis wir das Stück auswendig können“, erzählen die Draufgänger aus Klagenfurt, die Volksmusik im Radio kennen und lieben gelernt haben und bei Auftritten nie nervös sind.

Volksschule

Das Zusammenspiel ergebe sich von selbst, meint Alexander, der in der Volksschule Viktring auf jede Schularbeit Einser schreibt und Turnen und Pause am liebsten mag, ebenso wie Lukas, der die zweite Klasse der Ursulinen-Volksschule besucht und bei den „Wölfen“ in Grafenstein Eishockey spielt. Beide fahren gerne Ski und Fahrrad und gehen gemeinsam fischen.

Fleischhauer

Für beide käme der Beruf des Fleischers in Frage, Lukas möchte zudem Jäger sein wie sein Papa und Alexander Bauer wie sein Onkel. Und für beide ist Harmonikaspieler der schönste Beruf.