Stefan Samonig agiert offenbar gegen seine eigenen Prinzipien. In einem hellblauen Oberteil tritt er am Mittwochvormittag vor die Presse, neben ihm hängen drei Plakate. Auf einem ist er mit einem verlegenen Schmunzeln abgebildet. „Mehr Grün, weniger Blau“, steht darauf geschrieben. Das Motto gilt demnach nicht für Outfits, sondern für die Stadt Klagenfurt, wenn es nach Samonigs Geschmack geht.

Der Chef der Klagenfurter Grünen präsentierte die Plakatkampagne, die den grünen Wahlkampf endgültig einläutet. Auf 150 Flächen schlägt die Partei in Klagenfurt ihre Plakate mit dem Motto „Klagenfurt kann mehr“ auf, drei Wochen lang werden sie hängen. Im Winter folgt eine weitere Serie. Denn im Februar stehen die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen an, die Samonig mit einem neuen, jungen Team bestreiten wird. Und mit drei Kernbotschaften: Wohnen in Klagenfurt ist nicht leistbar und an den lähmenden Machtspielen im Rathaus haben die SPÖ und die Bürgermeisterfraktion Schuld, woraus die FPÖ Kapital schlagen könnte. Samonig möchte das zu verhindern wissen.

Wahl 2027 wichtig für Wahl 2028

„Wir werden die Stadt nicht der FPÖ überlassen. Wir sind die konstruktive Alternative zu ihr“, macht der 39-jährige Papa, der sich in Väterkarenz befindet, klar. Die radikale Position gegen die Klagenfurter Freiheitlichen setzt schon jetzt den Tenor für die Landtagswahlen 2028, die mit ziemlicher Sicherheit Olga Voglauer für die Grünen schlagen wird. Sie benötigt die Stimmen aus Klagenfurt sowie aus Villach, um diesmal einen Erfolg feiern zu dürfen. „Klagenfurt spielt eine wertvolle Rolle“, sagt Voglauer, die sich schon jetzt in einem „bedeutenden Wahlkampf“ dafür sieht. Die notwendige Mobilisierung für Wahlerfolge gießt die Partei sogar in Zahlen.

Die Stadtpartei möchte 10.000 persönliche Kontakte mit Klagenfurterinnen und Klagenfurtern schaffen. Etwa mit Hausbesuchen, Infoständen und After-Work-Events, aber auch telefonisch. Jeder, der möchte, kann Stefan Samonig persönlich anrufen. Ähnlich wie Stadtrat Julian Geier, der von seiner ÖVP noch gar nicht offiziell ins Rennen geschickt wurde, aber seit Wochen sein Konterfeit inklusive Telefonnummer in ganz Klagenfurt plakatiert.

Das Ziel der Grünen bei der Wahl 2027? Ein Plus. Vor fünf Jahren erreichte die Partei mit nur 9,3 Prozent vier Mandate, Spitzenkandidat Frank Frey erhielt bei der Bürgermeisterwahl 6,5 Prozent.