Glücksspiel und Sportwetten erfreuen sich in Österreich wachsender Beliebtheit. Vor allem bei den Lotterien, Online-Glücksspielen und Sportwetten sind im Vorjahr die Einsätze gestiegen, geht aus der Marktstudie „Branchenradar Glücksspiel & Sportwetten in Österreich“ hervor. Insgesamt stiegen die Bruttospiel- und Wetterträge – also Einsätze abzüglich der Gewinne - um 4,3 Prozent auf rund 2,48 Milliarden Euro.

Bei den Lotteriespielen stieg der Bruttospielertrag gegenüber dem Jahr zuvor um 5,7 Prozent auf rund 800 Millionen Euro. Das Marktforschungsinstitut Branchenradar führt dies einerseits auf Preiserhöhungen beim Joker sowie auf außergewöhnlich viele hohe Jackpots bei „Euromillionen“ zurück.

Online-Glücksspiel wächst

Beim Online-Glücksspiel stieg der Bruttospielertrag sogar um 11,2 Prozent auf 551 Millionen Euro. Dabei wird nicht nur die derzeit einzige offizielle Online-Plattform „win2day“ der Lotterien berücksichtigt, sondern auch mehr als 40 Anbieter von Online-Glücksspielen, sagte Studienautor Andreas Kreutzer im Gespräch mit der APA. Aber auch bei den Sportwetten verzeichnete Kreutzer einen Anstieg: Der Bruttowettertrag erhöhte sich um 2,8 Prozent auf 520 Millionen Euro.

Die Bruttospielerträge in den österreichischen Casinos gingen im Vorjahr hingegen um ein Prozent auf 300 Millionen Euro zurück. Die Spielautomaten außerhalb der Casinos, also in erster Linie das kleine Glücksspiel nach Bundesländergesetzgebung sowie die Video-Lotterie-Terminals (VLT) der Lotterien, brachten mit 312 Millionen Euro im Vorjahr um 2,5 Prozent weniger an Bruttospielerträgen ein, als im Jahr davor.

Weniger illegale Automaten

Der Anteil der illegalen Glücksspielautomaten sank in den vergangenen Jahren deutlich, merkte Kreutzer an. Der Marktanteil lag demnach im Vorjahr bei rund 7 Prozent. Vor sechs Jahren war er noch bei 27 Prozent. „Allerdings finden sich Automaten jetzt auch in Wohnungen, für die man einen Code benötigt“, sagte Kreutzer. „Da haben wir keine Möglichkeit diese Automaten zu erfassen.“

Bei den illegalen Automaten ist der Anteil der „High Roller“, also der Spieler mit hohen Einsätzen, höher. Dafür ist die Wahrscheinlichkeit für einen Gewinn niedriger: Die Aufsteller der illegalen Automaten schütten im Schnitt 91,9 Prozent der Spieleinsätze aus, während die nach den Landesgesetzen erlaubten Automaten etwa von Admiral, Amatic oder Enterprise und die VLT auf eine durchschnittliche Ausschüttungsquote von 93,7 Prozent kommen. „Ein Anbieter kommt sogar auf 94,8 Prozent“, so Kreutzer.