Der börsennotierte Technologie- und Stahlkonzern Voestalpine hat seine Ergebnisse im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 (per Ende März) deutlich verbessert. Der Konzerngewinn stieg „trotz des volatilen Umfelds“ um fast 138 Prozent auf 424 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch bekanntgab. Die seit 4. Juni 2025 geltenden US-Zölle in Höhe von 50 Prozent auf Stahl hätten das Ergebnis „in Höhe eines hohen zweistelligen Millionen-Euro-Betrages“ belastet. Der Umsatz sank von 15,7 auf 15,1 Milliarden Euro.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg den Angaben zufolge „signifikant“ von 455 Millionen auf 724 Millionen Euro – ein Plus gegenüber dem Jahr davor von 59 Prozent. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wuchs das Ergebnis (EBITDA) von 1,3 auf 1,5 Milliarden Euro.

Konsequente Reorganisation

Das „insgesamt gute Ergebnis“ stützte sich auf „robuste Strategie und aktive Reorganisation“. Der weltweite Personalstand verringerte sich um 1,8 Prozent auf 48.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Der Fokus lag weiterhin auf der konsequenten Reorganisation renditeschwacher Geschäftsbereiche und auf der Forcierung internationaler Wachstumsprojekte“, erklärte Konzernchef Herbert Eibensteiner.

Vorstandschef Herbert Eibensteiner
Vorstandschef Herbert Eibensteiner © APA / Fotokerschi.at/kerschbaummayr

Gerade in einem von großen Unsicherheiten geprägten Umfeld hätten sich der klare Fokus auf Qualität, Innovation und Effizienz sowie die breite Diversifizierung nach Branchen und Regionen erneut als wesentliche Stärke des Konzerns erwiesen, teilte die Voestalpine mit.

„Differenziertes Bild“

Die Entwicklung der einzelnen Unternehmensbereiche zeigte laut Konzern „ein differenziertes Bild“: „Während die Nachfrage im Geschäftsbereich Railway Systems unverändert positiv blieb und sich auch in der Luftfahrt die anhaltend hohe Nachfrage fortsetzte, verharrten die Bau-, Maschinenbau- und Konsumgüterindustrie stabil auf niedrigem Niveau“, wird mitgeteilt.

Dabei wird auch auf hohe Auftragseingänge verwiesen. „Nachdem die Voestalpine jüngst die gesamte Koralmbahn in Österreich mit ihren hochtechnologischen Produkten ausgestattet hat, setzen mit der Deutschen Bahn und den Schweizerischen Bundesbahnen einmal mehr führende internationale Bahnbetreiber auf die Kompetenz des Konzerns.“ Die beiden Aufträge in Höhe von 500 Millionen Euro umfassen, wie berichtet, die Lieferung von Schienen- und Weichensystemen bis hin zu Signaltechnik- und Überwachungsleistungen. Dabei spielen auch die steirischen Standorte in Donawitz und Zeltweg eine Schlüsselrolle.

Im Luftfahrtbereich sicherte sich das Unternehmen Aufträge im Wert von rund einer Milliarde Euro für die nächsten fünf Jahre. „Ein großer Teil davon wurde mit dem europäischen Flugzeughersteller Airbus vereinbart“, wird betont.

Im Zuge der Restrukturierung und Reorganisation ist es u. a. zu Kapazitätsanpassungen bei der Voestalpine Böhler Bleche in Mürzzuschlag gekommen. Bei der Voestalpine Tubulars in Kindberg sei insbesondere aufgrund der erheblichen Belastungen durch die 50-Prozent-US-Zölle im Hauptabsatzmarkt USA eine Anpassung der Produktion an die geringere Nachfrage notwendig – auch hier wurde, wie berichtet, der Personalstand reduziert. „Im Zuge der Reorganisationsmaßnahmen musste auch der Personalstand angepasst werden. In enger Abstimmung mit dem Betriebsrat der betroffenen Gesellschaften wurden Sozialpläne erarbeitet und dort, wo es möglich war, Mitarbeiter:innen Perspektiven an anderen Standorten angeboten.“

Höhere Dividende

Vorbehaltlich der Zustimmung der am 1. Juli 2026 stattfindenden Hauptversammlung wird die Dividende von 60 auf 75 Cent je Aktie angehoben. Für das Geschäftsjahr 2026/27 rechnet das Management mit einem EBITDA in einer Bandbreite von 1,60 bis 1,85 Mrd. Euro.