Neben den Finanzen zählt die Innenstadt wohl zu den größten Brucker Sorgenkindern. Leerstände, zu wenig Leben oder eine mangelhafte Nutzung des Hauptplatzes wurden in der Vergangenheit im innerstädtischen Bereich bekrittelt Mit verschiedenen Konzepten gab es in den letzten Jahren zwar erste Vorstöße, dem entgegenzuwirken. Echte Lösungen suchte man jedoch oftmals vergebens.
Gemeinsam wollen WKO, Land und Stadt das aber bald ändern und vorhandene Konzepte in einer neuen Innenstadtinitiative gebündelt umsetzen. „Wie viele andere Städte kämpft Bruck mit Problemen. Das Präsidium der WKO hat daher das Institut für Wirtschafts- und Standortentwicklung (IWS) damit beauftragt, die Situation genauer anzuschauen“, erklärt WKO-Regionalstellenleiterin Martina Romen-Kierner.
Dieses hebt vor allem die starke industrielle Prägung der Region sowie die Anbindung an Schnellstraße und Südbahnstrecke hervor. Gleichzeitig stelle unter anderem die demografische Entwicklung eine Herausforderung dar. Positiv merkt Ewald Verhounig, Leiter des IWS der WKO Steiermark, an: „Wirtschaft und Politik ziehen hier bereits an einem Strang und es gibt bereits etwas, worauf man aufbauen kann.“
Positive Stimmung zum Start
Als Ziele der Innenstadtinitiative nennt man eine bessere Anbindung des Bahnhofsviertels an die Altstadt, die Optimierung des Verkehrs im Zentrum, neue Impulse für Schiffländ und Minoritenplatz sowie die konsequente Einbindung der Mur als Naherholungs- und Aufenthaltsraum. Auch die Entwicklung und Nutzung leerer Immobilien hat man sich vorgenommen.
Im nächsten Schritt sollen Arbeitsgruppen die Pläne konkreter ausarbeiten und auch Leuchtturmprojekte entwickeln. Was man sich unter Letzterem vorstellen kann, lässt man allerdings noch unbeantwortet. Alle Vertreter aus Politik und Wirtschaft verweisen zum Start der Initiative aber auf eine gute Ausgangslage und die schlummernden Stärken der Stadt. „Die Ansätze sind da, jetzt geht es darum, sie umzusetzen“, sagt Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer und meint: „Dann wird Bruck nicht mehr ein Drive-thru, sondern ein Drive-in sein.“