Ein letztes Mal mit der Sporttasche die Heimkabine betreten, die Fußballschuhe schnüren und noch einmal gemeinsam mit den Teamkollegen auflaufen – für Mooskirchens Stefan Hackl endet heute (18.30 Uhr) beim Heimspiel gegen Unterpremstätten eine 29-jährige Fußballkarriere. In seiner gesamten Laufbahn kickte Hackl einzig und allein für Mooskirchen und erlangte dort den Legendenstatus. „Diese Woche war viel Wehmut dabei, ich stehe seit fast 30 Jahren jede Woche drei Mal am Fußballplatz“, sagt Hackl. Für seinen allerletzten Auftritt als Aktiver möchte er seine Rituale nicht verändern. „Ich werde zur Arbeit gehen, danach meine persönliche Matchvorbereitung erledigen und vor dem Treffpunkt noch einen Kaffee trinken“, sagt der 35-Jährige.
Nicht nur dem Mooskirchner Fußballverein , sondern auch dem Spitalswesen hält Hackl die Treue. „Ich bin seit 25 Jahren in der Pflege und aktuell in der Stationsleitung tätig. Ab August werde ich mich beruflich verändern“, sagt Hackl, der dann in die Pflegeleitung aufsteigen wird. Neben der beruflichen Veränderung sieht der Offensivspieler noch weitere Gründe für sein Karriereende. „Ich habe mir vor zwei Jahren die Achillessehne gerissen, bin wieder fit geworden und kann sportlich meinen Teil beitragen. Ich wollte die Karriere selbst beenden und nicht dazu gezwungen werden.“
„Keine One-Man-Show“
Vergangene Woche knackte Hackl zudem noch einen Rekord, er absolvierte seinen 296. Einsatz in der Oberliga Mitte/West. Seit Beginn der Datenaufzeichnung hat kein Spieler mehr Partien in dieser Liga absolviert. Das 297. Spiel soll zum Abschied ein ganz besonderes werden. „Viele ehemalige Kollegen, Freunde und Verwandte werden kommen. Für sie werde ich Freigetränke bereitstellen und den Abend schön ausklingen lassen.“
Dem Verein bleibt Hackl aber definitiv erhalten. Seit sieben Jahren ist er bereits ehrenamtlich als sportlicher Leiter des Vereins aktiv. „Bei uns arbeiten vom Platzwart bis zum Kassier alle ehrenamtlich für Mooskirchen. Das ist keine One-Man-Show, sondern es sind viele Puzzle-Teile“, sagt Hackl. Schon Hackls Vater kickte einst für Mooskirchen und war ein Vorbild für den eigenen Weg. Als sechsjähriges Kind gekommen, verabschiedet sich Stefan Hackl heute als Vereinsikone.