Als aufgebläht kritisierten Unternehmer in den vergangenen Monaten wiederholt die Wirtschaftskammer Österreich. Nachdem WK-Präsident Harald Mahrer im Vorjahr nach Turbulenzen ausgeschieden ist, hat seine Nachfolgerin Martha Schultz das Ruder übernommen. Die neue WKÖ-Präsidentin hat nicht nur einen Reformkurs, sondern auch eine deutliche Verschlankung der Strukturen versprochen. Ende Mai wurde von ihr das Generalsekretariat halbiert. Am Dienstag gab sie bekannt, dass in der Bundeskammer bis Ende 2027 rund 200 von 800 Stellen – also jeder vierte Job – abgebaut werden.

Die Verschlankung wird auch Einschnitte bei der Kärntner Wirtschaftskammer, die dieses Jahr ihr 175-Jahr-Jubiläum feiert, bringen. „Das wird uns ebenfalls treffen. Wir tragen den Veränderungsprozess mit und sehen das als unseren Beitrag zu Lohnnebenkostensenkung“, sagt der Wirtschaftskammer-Präsident Jürgen Mandl. In welchem Ausmaß steht noch nicht fest. Denn es gebe noch offene Punkte in den Verhandlungen, so Mandl.

Seit zwei Jahren auf Sparkurs

Einsparungsmaßnahmen habe die Kärntner Kammer, wo rund 170 Vollzeitbeschäftigte tätig sind, bereits in den vergangenen zwei Jahren gesetzt, da aufgrund der Wirtschaftsflaute die Einnahmen aus den Kammerumlagen gesunken sind und man darauf reagieren musste. Unter anderem wurden natürliche Personalabgänge nicht nachbesetzt, die Bezirksstellen Klagenfurt-Land und Villach-Land geschlossen sowie geplante Projekte verschoben bzw. abgesagt.

Vor allem 2025 gab es „auch schmerzhafte“ Sparmaßnahmen, sagt Kammerdirektor Meinrad Höfferer. Unter anderem wurden 14 Stellen im Wifi abgebaut und insgesamt rund vier Millionen Euro eingespart. In der Vorwoche gab es eine Mitarbeiterinformation zu den weiteren Einsparungen. Höfferer schließt aus, dass es zu Kündigungen kommt: „Wir setzen auf natürliche Abgänge, wobei wir Schlüsselarbeitskräfte davon ausnehmen.“