Normalerweise zählt Michael Kratzer zu den absoluten Topfavoriten auf den Sieg, wenn er sich auf sein Motorrad setzt. Der mehrfache Motocross-Staatsmeister führt die Wertung auch in diesem Jahr an und hat den nächsten Titel vor Augen. Ganz anders sieht die Situation jedoch am Wochenende aus, wenn der 32-Jährige erstmals das Erzbergrodeo in Angriff nimmt. „Ich wollte das schon immer einmal machen, aber in den vergangenen Jahren standen immer Rennen auf dem Programm. Ich freue mich jetzt richtig, dass es funktioniert hat und bin schon gespannt, wie es laufen wird“, verrät der Oststeirer.
Motorrad wurde umgebaut
Die Erwartungshaltung ist aufgrund der Aufgabe gering. „Man kann das nicht mit Motocross vergleichen, das sind zwei ganz unterschiedliche Sportarten. Es geht um den Spaßfaktor und ich will es einfach einmal ausprobieren.“ Ganz unvorbereitet geht es für ihn aber nicht auf den Erzberg. In den vergangenen Wochen standen Trainingsfahrten in Slowenien und Kroatien auf dem Programm, eine Woche vor dem Rennsonntag durfte er auf dem Erzberg trainieren. „Ich war davor noch nie oben und es ist schon mächtig, wenn du dort das erste Mal dein Motorrad auslädst. Zum Glück hatte ich wirklich gute Enduro-Fahrer in meiner Gruppe.“ Dabei blieb ihm vor allem ein Abschnitt im Gedächtnis. Während es für die meisten Spitzenfahrer nur ein kurzer Abstecher ist, zeigte sich der Steirer vom Waldstück am Erzberg beeindruckt. „Das sieht man im Fernsehen nicht so und es ist sicher keine Hauptattraktion. Aber was sich da im Wald abspielt, das ist einfach nur brutal.“
Für das Abenteuer Erzberg setzt er auf eine eigens umgebaute Honda, die mit Unterstützung von Chris Rosenberger zum neuen Arbeitsgerät wurde. Im Prolog rechnet sich Kratzer durchaus Chancen aus, da Motocross-Fahrer in diesem Bewerb etwas im Vorteil sind. Für das Hare Scramble am Sonntag sieht dies gänzlich anders aus. „Wenn von 500 Fahrern im Schnitt nur zwölf das Ziel erreichen, dann weiß ich natürlich schon im Vorhinein, dass ich nicht das Ziel sehen werde. Ich kann mir noch gar nicht vorstellen, wie es sein wird, wenn man an diesen speziellen Stellen auf dem Motorrad sitzt und weiß, dass es da eigentlich weitergehen würde, aber für mich eben nicht.“