Die Geschichte der „Walter Aichwalder GmbH“ beginnt am 1. Juni 1951. Da wagte Franz Aichwalder nach seiner Lehre als Kfz-Mechaniker – damals musste er übrigens noch Lehrgeld an seinen Ausbildner zahlen – und seiner Meisterprüfung beim Autohaus Wurm in Klagenfurt den Sprung in die Selbstständigkeit. In der Thomas-Schmid-Gasse in Annabichl baute er sich eine freie Werkstätte und schuf damit zwei Arbeitsplätze. Aichwalder übernahm die erste Vertretung für Lkw – es war jene der Firma Faun, wovon allerdings nur drei Stück verkauft wurden, danach wurde nämlich die Produktion eingestellt.

Daraufhin übernahm er den Import von Krupp und hatte Erfolg. Dank der Geschäftstüchtigkeit des Unternehmers, der Investition in eine Motorinstandsetzung und dem Bau eines Werkstättentrakts, wurde das Betriebsareal aber bald zu klein. In der Hirschenwirtstraße, am heutigen Standort, wurde der Geschäftsmann schließlich fündig. Das war im Jahr 1968.

Heute befinden sich auf dem 22.000 Quadratmeter großen Areal das Büro, die Werkstätte, ein großes Ersatzteillager und eine Überprüfungsstelle für Lkw – übrigens die erste private im Bundesland Kärnten überhaupt. „Damals konnte man mit Lkw nur bei der Landesregierung zur Überprüfung vorfahren“, erinnert sich Walter Aichwalder, für den von Anfang klar war, in die beruflichen Fußstapfen seines Vaters zu treten. Er übernahm 1985 die Firmenleitung. Heute werden in der Hirschenwirtstraße rund 1000 Lkw-Überprüfungen vorgenommen. Seit 1998 werden auch Pkw überprüft – sämtliche Tachografen und Geschwindigkeitsbegrenzer, die am europäischen Markt im Einsatz sind, können überprüft werden. „Wir zählen auch zum ältesten DAF-Händler Österreichs“, berichtet Walter Aichwalder voller Stolz, der den Vertrieb der Marke im Jahr 1972 für sich gewinnen konnte.

Vollbrand nach technischem Defekt

Am 10. Jänner 2009 vernichtete ein Feuerinferno beinahe das Lebenswerk der Aichwalders, fast das gesamte Werkstättengebäude wurde zum Raub der Flammen. Zehn Feuerwehren mit rund 100 Einsatzkräften standen im Einsatz, um ein Ausbreiten des Feuers auf weitere Gebäude zu verhindern. „Der Auslöser war ein technischer Defekt, die Schadenssumme belief sich auf rund 700.000 Euro“, erzählt der Seniorchef, der noch heute mit seinen 74 Jahren gelegentlich über das Firmenareal geht und nach dem Rechten sieht. Familie Aichwalder nahm sofort den Wiederaufbau der beschädigten Halle in Angriff. Zwölf Monate später ging die Werkstätte auch wieder in Vollbetrieb.

Mittlerweile ist die dritte Generation am Werk: Harald Aichwalder absolvierte die Lehre zum Kfz-Mechaniker – allerdings in einem anderen Betrieb, bei Mercedes Theissl. „Mein Vater war der Überzeugung, dass das besser für mich ist“, weiß der heute 49-Jährige zu berichten, der schließlich im Jahr 2014 in den Chefsessel stieg und das Lebenswerk seines Großvaters und Vaters ganz in deren Sinne weiterführt. Auch Harald Aichwalder investiert laufend in den Familienbetrieb. Seine jüngste Investition: ein neuer Abschleppwagen für Lkw. „Damit sind wir noch flexibler bei den Kunden“, sagt Aichwalder, der aufgrund der persönlichen Beziehung zu seinen Kunden auf eine große Stammkundschaft verweisen kann. Aktuell investiert das Unternehmen in eine 430 kW-Photovoltaikanlage. „Damit sind zehn Monate im Jahr energieautark.“

Im Laufe der Jahre brachte die „Walter Aichwalder GmbH“ rund 25 Kfz-Meister heraus. „Die Lehrlingsausbildung spielt bei uns eine wichtige Rolle“, ergänzt Antonia Aichwalder, die ihren älteren Bruder als Prokuristin unterstützt. Aktuell beschäftigt das Familienunternehmen 24 Mitarbeiter. Und mit Pascal Hantke, der sich im dritten Lehrjahr zum Kfz-Mechaniker befindet, steht bereits ein Mitglied der vierten Generation in den Startlöchern. Tochter Julia Hantke kümmert sich neben der Schule um den Social-Media-Auftritt.