Normalerweise arbeiten sie im Hintergrund und sorgen dafür, dass Mitglieder der britischen Königsfamilie sicher ihren Verpflichtungen nachgehen können. Doch nun stehen fünf ehemalige Leibwächter der Royals selbst im Mittelpunkt eines Skandals.

Wie britische Medien berichten, hat der Kensington Palast den Männern den Zutritt zu sämtlichen königlichen Residenzen untersagt. Auslöser sind Vorwürfe einer Mitarbeiterin, die den Beamten frauenfeindliches Verhalten und unangemessene Äußerungen vorgeworfen haben soll.

Beamte der „Royalty and Specialist Protection“

Bei den Männern handelt es sich um Angehörige der Spezialeinheit „Royalty and Specialist Protection“ der Londoner Polizei. Diese Eliteeinheit ist für den Schutz hochrangiger Mitglieder der Königsfamilie zuständig und begleitet sie regelmäßig bei öffentlichen Auftritten, Reisen und privaten Terminen.

Zu ihren Aufgaben gehört unter anderem die Sicherheit von Prinz William und Prinzessin Kate sowie weiterer Mitglieder des Königshauses. Die Beamten tragen während ihres Dienstes Waffen und gelten als besonders vertrauenswürdige Sicherheitskräfte.

Beschwerde über „unangemessenes Verhalten“

Den Berichten zufolge beschwerte sich eine Mitarbeiterin des Kensington Palasts über wiederholte unangemessene Kommentare sowie eine Arbeitsatmosphäre, die sie als frauenfeindlich empfand.

Die kolportierten Vorfälle sollen sich zwischen August 2023 und September 2024 ereignet haben. Daraufhin leitete die Metropolitan Police interne Ermittlungen ein.

Während der Untersuchungen wurden die betroffenen Beamten vorerst nur eingeschränkt eingesetzt. Die Vorwürfe wurden geprüft, führten jedoch nicht zu einem strafrechtlichen Verfahren.

Keine Straftat – trotzdem Konsequenzen

Obwohl die Ermittler keinen strafrechtlich relevanten Tatbestand feststellten, bewertete die Londoner Polizei das gemeldete Verhalten als nicht vereinbar mit den hohen Standards, die von Polizeibeamten erwartet werden.

Nach Abschluss der internen Untersuchung wurden die fünf Männer zu sogenannten Reflexions- und Schulungsmaßnahmen verpflichtet und danach „wieder für den vollen Dienst freigegeben.“ Damit war die Angelegenheit für die Polizei abgeschlossen, nicht jedoch für den Kensington Palast.

Palast zog eigene Konsequenzen

Die Leitung des Kensington Palasts zog eigene Konsequenzen. Nach Angaben britischer Medien entschieden hochrangige Mitarbeiter, dass die fünf Beamten künftig nicht mehr in königlichen Residenzen eingesetzt werden sollen. Ihnen wurde deshalb der Zutritt zu sämtlichen Anwesen der Royal Family untersagt.

Kate und William über Vorfälle informiert

Prinz William und Prinzessin Kate sollen nach Medienberichten über die Vorfälle informiert worden sein. In den eigentlichen Entscheidungsprozess waren sie demnach jedoch nicht eingebunden. Die Entscheidung über das Hausverbot wurde von verantwortlichen Mitarbeitern und Sicherheitsverantwortlichen getroffen. Die betroffenen Beamten werden künftig in anderen Bereichen eingesetzt werden.