Die Erkundung des komplexen Werks von Hannes Schwarz geht weiter. Dem Künstler, der im April 100 geworden wäre, waren seit Herbst 2025 mehrere Ausstellungen gewidmet (wir berichteten), drei sind derzeit zu sehen. Die aktuellste gibt anhand von zwei Dutzend malerischen und grafischen Exponaten aus Privatbesitz Einblick in das Frühwerk.
Das Zentrum der rund ein Jahrzehnt umfassenden Auswahl sind die 1950er-Jahre. Sie zeigen Schwarz als Protagonisten einer Generation, die nach 1945 mit Verve versucht, österreichische Kunst an internationale Strömungen anzukoppeln, ohne diese zu imitieren. Das Haus, in dem die Ausstellung stattfindet, ist der perfekte Ort – hier wurde eine der prägendsten Figuren der steirischen Moderne geboren: der Künstler und Kunstlehrer Kurt Weber (1893-1964).
Dokumentiert wird mit stilistisch äußerst diversen Arbeiten – die auch von anderen Künstlerinnen und Künstlern der Zeit, etwa Hans Bischoffshausen, Elga Maly, Rudolf Pointner, Günter Waldorf stammen könnten - die Suche nach einer eigenen Handschrift. Joan Miró und Paul Klee drängen sich als Vorbilder auf, deren freilich Jahrzehnte zuvor entstandenen Werke klingen auch bei Schwarz nach. Aber rasch werden die zeitlichen Abstände kürzer, werden näherliegende Strömungen wirksam. Sich von diesen freizumachen, ist für die Generation von Schwarz & Co., überschattet vom dunklen ideologischen Hintergrund ihres Aufwachsens, ein Kraftakt. Der schließlich gelingt und in ein unverwechselbares Œuvre mündet.
Mit dem zeichnerischen Schaffen des Teenagers Hannes Schwarz macht eine Ausstellung in Anger, der Heimatgemeinde des Künstlers, bekannt. Das allerletzte fertiggestellte Bild markiert hier pointiert den erwähnten kreativen Weg.
Hannes Schwarz. Abstrakte Bilder der frühen Jahre. Bis 26. 6. Galerie Weberhaus Weiz
Hannes Schwarz „Ich plädiere für die Nuance“. Bis 26. 6. Galerie der Raiffeisenbank Anger
Hannes Schwarz/Josef Pillhofer. Bis 1. 11. Museum für Gegenwartskunst Stift Admont