Ein Erbschaftsstreit am Bezirksgericht Ferlach sorgt für heftige Diskussionen. Wie berichtet, hat eine betagte Kärntnerin alles ihrem Pfleger vererbt. Besonders brisant ist: Nur neun Tage nachdem sie ins Altersheim gezogen ist, hat sie den Pfleger als Alleinerben eingesetzt. Ihr einziger Sohn hat nichts davon gewusst, obwohl sie mit ihm bis kurz vor ihrem Umzug zusammengelebt und er sie laut Zeugen täglich im Heim besuchte. Nun streiten Pfleger und Sohn ums Erbe - rund 34.000 Euro.

Ein Fremder erbt

User Schmucki52 meint dazu: „Nach 9 Tagen an den Pfleger vererben, kommt mir schon etwas eigenartig vor. Bin gespannt, wie das Gericht urteilt.“ Interessant ist der Hinweis von Leserin Hildegard11: „Dachte, dass es Pflegern verboten wäre, Erbschaften anzunehmen, sofern Familie besteht.“ In dieselbe Kerbe schlägt Osttirol 2016: „Ich war eigentlich der Meinung, dass in Krankenhäusern oder Altersheimen arbeitende Personen wie Ärzte, Pfleger aufgrund ihres Abhängigkeitsverhältnisses hinsichtlich zu ihren pflegebedürftigen Klienten von einer Erbschaft ausgeschlossen sind. Somit habe auch wieder etwas dazugelernt.“ Kommentator UHBP kontert: „Warum. Jeder kann erben. Verboten ist wohl nur Geschenkannahmen zu Lebzeiten.“

pinsel1954 schlägt Folgendes vor: „Der Gesetzgeber könnte so einen Fall von vornherein verhindern, wenn er ein Gesetz schaffen würde, dass Pfleger und Pflegerinnen grundsätzlich vom Erben ausgenommen sind. . .“

Wie berichtet war der Pfleger nicht sehr lange in dem Heim beschäftigt und einige Zeit nach der Beendigung seines Dienstverhältnisses hat er eine Hypnoseausbildung gemacht. Weshalb Paolo Caneppele, der Anwalt des Sohnes hinterfragt, ob die alte Dame vom Pfleger hypnotisiert worden ist, bevor sie das Testament geschrieben hat. Michael Sommer, der Anwalt des Pflegers, weist das aufs Schärfste zurück.

Hypnose?

User Bond meint dazu etwas süffisant: „Pfleger mit Hypnoseausbildung. Genial. Besser wird der Tag nicht mehr.“ Kommentator neubildung hat sich schon vor der Gerichtsentscheidung ein Urteil gebildet: „Die Sachlage ist doch schon eindeutig genug, nach neun Tagen für einen fast Fremden ein Testament zu schreiben, kann man nur auf Demenz zurückführen, also ist es ungültig. Schändlich, wie mit alten Menschen umgegangen wird, sofern es etwas zu vererben gibt. Wozu brauchte dieser Pfleger eigentlich eine Hypnoseausbildung?“

Demenzkranke pflegen

Die über 80-jährige Dame, die den Pfleger zum Alleinerben machte, soll laut Zeugen bereits dement gewesen sein. Der Anwalt des Pflegers betont, die Mutter habe sich vom Sohn im Stich gelassen gefühlt. Daher spielt auch dieses Thema eine wichtige Rolle im Forum der Kleinen Zeitung.

Leosch82 meint knallhart: „Dazu eine einfache Frage, wieso hat sich der Sohn seine Mutter nicht in ihrer Wohnung belassen. Vermutlich möglicherweise Ausreden und Schutzbehauptungen. Wohl verständlich, das die Mutter in diesen Lebensmomenten einen Menschen zugetan, der täglich um sie ist. Als meine Mutter mit 87 selbst äußerste und die Frage aufwarf, ob sie nicht in ein Wohnheim gehen sollte, haben wir verständlicherweise dagegen gesprochen...“ Schmucki52 schreibt: „Ich arbeite in der Langzeitpflege, da bekommt wirklich viel mit. Aber was das sogenannte abschieben betrifft: sollen solche Menschen, die glauben es alleine zu schaffen, Demenzkranke zu Hause zu pflegen, Hut ab. Aber vorher einmal mit Dementen konfrontiert werden, um zu sehen, was es heißt.“ Judendorfer1976 ergänzt: „Absolut korrekt. Bis mein Großvater starb, wurde er mit Demenz zu Hause gepflegt. Zirka 4 Jahre. Es waren 4 harte Jahre. Körperlich war er mit allen Funktionen noch fit. Und ich brauche ihnen nicht sagen, was da zu Tage kommt.“

Und die Anwaltskosten?

Zum Abschluss sei noch Kommentator Klenig erwähnt, er meint recht erfrischend: Hoffentlich verbleibt soviel Geld, dass die Advokaten bezahlt werden können!“.