Die Lage an den heimischen Zapfsäulen hat sich trotz des nach wie vor ungelösten Iran-Konflikts etwas entspannt. Diesel war im Mai günstiger als im April, Benzin zwar etwas teurer, aber beide Treibstoffe waren Ende Mai billiger als noch am Monatsanfang, wie der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) am Montag auf Basis von Daten des Spritpreisrechners der E-Control mitteilte. Ein Liter Diesel kostete am Sonntag im Mittel 1,787 Euro, Super-Benzin 1,694.
Das ist deutlich weniger als am Höhepunkt der Krise Ende März, als ein Liter Diesel über 2,25 Euro und Benzin fast 1,95 Euro kostete, aber immer noch mehr als vor der Eskalation im Nahen Osten. In der Woche vor Beginn des Iran-Kriegs kostete Diesel im Mittel 1,57 Euro und Benzin 1,52 Euro pro Liter.
Die E-Control erhebt für ihre Statistik nicht die Durchschnittspreise, sondern die sogenannten Medianpreise. Das bedeutet, dass die Hälfte der Tankstellen über dem Medianpreis und die andere Hälfte darunter liegt.
Einen ähnlich starken Anstieg der Spritpreise gab es zuletzt Anfang 2022 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Damals Anfang März haben Benzin und Diesel ebenfalls von rund 1,5 Euro binnen zwei Wochen um gut 50 Cent zugelegt.
VCÖ: Spritverbrauchsbremse bringt mehr als Spritpreisbremse
Der VCÖ, der sich laut Eigenangaben für ein ökologisch verträgliches Verkehrssystem einsetzt, erinnerte am Montag daran, dass sich mit einem spritsparenden Fahrstil und einem veränderten Mobilitätsverhalten mehr sparen lässt als mit der Spritpreisbremse der Regierung, die seit Juni nur noch eine Ersparnis von 1,7 Cent auf die Mineralölsteuer (MöSt) bringt.
Wer langsamer und vorausschauend fährt, kann die Spritkosten demnach um rund 20 Prozent senken. Mit Fahrgemeinschaften, öffentlichen Verkehrsmitteln und bei kürzeren Strecken mit dem Fahrrad oder zu Fuß lassen sich Kosten noch weiter reduzieren.