Wegen Alkoholexzessen in Touristen-Hochburgen in Kroatien hat das Parlament in Zagreb mit einer Gesetzesänderung Kommunen das Recht eingeräumt, ein nächtliches Alkoholverkaufsverbot zu verhängen. Alle 117 anwesenden von den insgesamt 151 Abgeordneten des kroatischen Parlaments stimmten am Freitag für die Gesetzesänderung.

Städte und Gemeinden dürfen demnach den Alkoholverkauf einschränken, „um die öffentliche Gesundheit, die öffentliche Ordnung, das kulturelle Erbe und die Umwelt zu schützen“. Bars und Restaurants sind davon ausgenommen. Tourismusminister Tonci Glavina erklärte, es gehe darum, das Leben der örtlichen Bevölkerung zu verbessern, „die in einer guten Symbiose mit dem Tourismus leben will und nicht, dass die ganze Stadt oder Region nur für den Tourismus existiert“.

Split, Hvar, Zadar

Der Bürgermeister von Split, Tomislav Suta, kündigte an, auf Grundlage der Reform in dem Adria-Badeort ein Verkaufsverbot für Alkohol von 21 bis 6 Uhr einzuführen, um „Trunkenheit und ordnungswidriges Verhalten“ zu verringern. Auch andere beliebte Touristenorte wie die Insel Hvar und die zentralkroatische Küstenstadt Zadar haben ein solches Verbot angekündigt. Auch in der Hauptstadt Zagreb wird ein Verbot geprüft, wie Bürgermeister Tomislav Tomasevic mitteilte.

Jugendschutz

Die Gesetzesänderung stärkt zudem den Schutz von Minderjährigen. Verkäuferinnen und Verkäufer müssen künftig den Verkauf von Alkohol und Energy-Drinks ablehnen, wenn sie davon ausgehen, dass die Kundin oder der Kunde unter 18 Jahre alt ist und kein gültiger Lichtbildausweis zur Altersbestätigung vorgelegt wird. Diese Bestimmung gilt ausdrücklich auch für Selbstbedienungskassen und andere automatisierte Kassensysteme.