Seit mittlerweile zehn Jahren ist der praktische Arzt Frank Bolvari, der auch Bezirksärztevertreter für die 24 praktischen Ärzte im Lavanttal ist, in den Gemäuern der sogenannten „Arzt-Villa Enzinger“ in der Alois-Huth-Straße in der Wolfsberger Innenstadt mit seiner Ordination beheimatet. Aus „wirtschaftlichen Gründen“, wie er es nennt, wird er bald umziehen: Und zwar in ein Gebäude an der Südtangente, direkt neben der „Fläsh Boulderhalle“, das dem heimischen Unternehmer Johann Gutsche gehört.
Wirtschaftliche Entwicklungen
„Der Abschied von der Alois-Huth-Straße fällt uns nicht leicht“, sagt Bolvari, der mit „uns“ sich und seine beiden Arztassistentinnen meint. „Die zentrale Lage und die gute Erreichbarkeit waren insbesondere für viele ältere Patientinnen und Patienten von großem Wert. Im Zuge der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklungen und der veränderten Rahmenbedingungen war es jedoch notwendig, die räumliche und organisatorische Zukunft der Ordination neu zu bewerten. Nach sorgfältiger Abwägung haben wir uns entschlossen, den Standort zu verlegen, um die medizinische Versorgung auch langfristig in hoher Qualität und unter wirtschaftlich nachhaltigen Bedingungen sicherstellen zu können.“
Am 12. Juni wird Bolvari zum letzten Mal in der Villa ordinieren, danach wird gesiedelt. Ab 1. Juli empfängt er dann seine Patienten in der Auenfischer Straße 53, die Kontaktdaten bleiben gleich (Telefon 04352 / 4156). „Dort bekommen wir helle, schöne Räume, es ist alles ebenerdig, barrierefrei sowie behindertengerecht und es werden genügend Parkplätze zur Verfügung stehen. Und sollte es jemandem zu lange dauern, kann er sich gegenüber beim Lidl etwas holen“, schmunzelt der 58-Jährige, der in Klagenfurt lebt und zur Arbeit nach Wolfsberg pendelt. „Ich bin also ein Gastarbeiter“, scherzt der Allgemeinmediziner, den der Kassenvertrag im Jahr 2016 nach Wolfsberg verschlagen hat und der im Schnitt 2500 Patienten pro Quartal behandelt.
Vor seinem Kassenvertrag war Bolvari als Wahlarzt tätig, hat in der orthopädischen Reha-Abteilung in Althofen als Arzt gearbeitet und leitete außerdem sieben Jahre lang als FX-Mayr-Kur-Chefarzt das Golfhotel am Wörthersee. Seit 2016 ist er klassischer Hausarzt – oder Facharzt für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, wie es neuerdings heißt. „Immerhin behandelt man als Hausarzt die ganze Familie, über Generationen hinweg. Angefangen von Kindern über Jugendliche und Erwachsene bis hin zu älteren Personen, aber auch geriatrische Patienten. Als Bezirksärztevertreter wünsche er sich eine „adäquate Abgeltung“ seitens der Kasse, denn: „Niemand will sich bereichern, aber wenn eine Weiterbehandlung einmal unwirtschaftlich wird, ist es nicht lustig“, so Bolvari, der als einer von wenigen Ärzten noch Hausbesuche macht.
Schwerpunkt wird vertieft
„Ein besonderer Schwerpunkt unserer Tätigkeit wird weiterhin die Betreuung von Menschen mit chronischer Erschöpfung und komplexen Erkrankungen wie ME/CFS sein. In diesem Bereich werden wir unser Angebot in den kommenden Monaten weiter ausbauen und ab Herbst zusätzliche diagnostische und therapeutische Verfahren anbieten“, verrät der Mediziner.