In der kroatischen Hauptstadt Zagreb wurde ein Massengrab entdeckt: „Die sterblichen Überreste von mindestens 29 Opfern wurden exhumiert. Es wurde festgestellt, dass es sich um Männer im Alter zwischen 30 und 40 Jahren handelte. Den vorliegenden Informationen zufolge wurde das Massaker in der Nachkriegszeit des Zweiten Weltkriegs verübt“, teilte das Ministerium für kroatische Veteranen (Ministarstvo Hrvatskih Branitelja) mit. Der Fund war das Ergebnis gezielter Felduntersuchungen durch die Unterabteilung des Ministeriums für Inhaftierte und Vermisste Veteranen.
Gefesselt und erschossen
„Die Untersuchung deutet darauf hin, dass die Männer infolge von Verletzungen durch Schusswaffen verstarben. Alle Opfer waren mit Draht gefesselt“, dies sei ein wichtiger forensischer Indikator für die Umstände des Todes und sei charakteristisch für Massengräber des kommunistischen Partisanenregimes, heißt es aus dem Ministerium. Es werden keine Angaben darüber gemacht, ob es sich bei den 29 Männern um Mitglieder des Ustascha-Regimes gehandelt hat, die in der Zeit des Zweiten Weltkriegs Kriegsverbrechen begangen haben. Man mache keine Angaben darüber, ob es sich um unschuldige Opfer handelt, denn es sei kein politisches Projekt, so die Erklärung: „In Massengräbern aus dieser Zeit werden häufig gemischte Überreste gefunden, was zu erwarten ist, da sie jahrzehntelang unterschiedlichen Einflüssen ausgesetzt waren.“
Felduntersuchungen
630 Felduntersuchungen und Recherchen an 90 Orten in 16 Gespanschaften in Kroatien wurden in den letzten zehn Jahren vom Veteranenministerium durchgeführt. Dabei wurden 2329 Opfer aus dem Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit entdeckt und exhumiert.
Ideologische oder politische Beweggründe für die Felduntersuchungen werden entschieden dementiert, man handle gemäß der gesetzlichen Zuständigkeit und Verpflichtung des Staates: „Die Untersuchung verborgener Orte des Leidens und die würdevolle Bestattung von Opfern sind kein Geschichtsrevisionismus, sondern eine grundlegende Pflicht jedes geordneten und demokratischen Staates.“ Man verurteile entschieden und unmissverständlich alle totalitären und undemokratischen Regime sowie alle Verbrechen gegen die Menschlichkeit und die Menschenwürde, ungeachtet der Symbole und Ideologien, unter denen sie begangen wurden: „Das Recht der Opfer auf ein Grab und eine würdevolle Bestattung darf auch nicht durch politische Etikettierung relativiert oder infrage gestellt werden“, schließt das Ministerium für Kroatische Veteranen.