Erstkommunion und Firmung soll nicht nur ein schöner Tag im Leben eines jungen Menschen sein – diese Anlässe sind auch wichtige Impulse für die heimische Wirtschaft. „Das stimmt absolut“, bestätigt Sonja Trattner. Sie betreibt mit ihrem Bruder Manuel Gölles den Dorfwirt Gölles in Ludersdorf-Wilfersdorf und berichtet: „Wir sind zu dieser Zeit permanent ausreserviert.“
Schon nach den ersten Elternabenden im Herbst, wenn die Termine für Erstkommunion und Firmung bekannt gegeben werden, laufen die Telefone für Reservierungen heiß. Los geht die Saison nach Ostern, dieser Tage feiern die letzten Kinder und Firmlinge bei Gölles. Positiv empfindet Trattner, dass Firmungen und Erstkommunionen zu verschiedenen Terminen gefeiert werden: samstags, sonntags, feiertags und auch mal nachmittags. Wie wird gefeiert? „Durchwegs sehr aufwändig mit bis zu 30 Personen“, so Trattner.
Gäste bringen Deko für die Tische mit – von Blumenschmuck über Tischbänder bis hin zu Gastgeschenken. Auch die Torte, die oft mitgebracht wird, fällt meist pompös aus. „Das ist von einer Hochzeitstorte oft nicht mehr weit entfernt“, weiß die Wirtin.
Erdbeere und Eukalyptus
Das bestätigt Sarah Braunstein. Auch in ihrer Backstube „Sarahs Zuckerbäckerei“ in Entschendorf bei St. Margarethen an der Raab herrscht um diese Jahreszeit Hochsaison. „Zur Corona-Zeit wurde viel gespart, nun wird wieder im größeren Stil gefeiert. Bei den Torten liegt nicht mehr das Selbermachen im Trend, sondern das Bestellen.“
Das zeigt sich auch an der Größe der Torte: Durchschnittlich für 20 Leute soll sie reichen, oft darf es auch mehr sein: „Vielen ist wichtig, dass die Torte ordentlich was her macht.“ Ein durchschnittlicher Preis von 130 Euro sei für die allermeisten ein fairer Preis: „Die Menschen schätzen das Handwerk wieder sehr, wir bemerken viel Dankbarkeit seitens der Kundschaft“, sagt die 28-Jährige.
Und was durfte sie in dieser Saison zaubern? „Vom Stil her wurden die Torten heuer fast ausschließlich klassisch gewünscht: schlicht, edel, mit Blumen verziert. Der Farbton Eukalyptus liegt sehr im Trend.“ Und beim Geschmack hat um diese Jahreszeit eine die Nase vorne: die Erdbeere.
Herz zu Herz
Zu einem Anlass wie Erstkommunion und Firmung wird natürlich auch geschenkt. Die Kleine Zeitung hat mit einem Trafikbetreiber aus der Region gesprochen: „Bei uns kaufen die Leute vor allem Billets und Verpackung für die Geschenke“, verrät der Trafikant, der aus rechtlichen Gründen nicht namentlich genannt werden möchte (Anm.: Trafiken dürfen keine Werbung betreiben). Er betont: „Wichtig ist den meisten nicht vorrangig der Preis, vor allem soll das Geschenk zum Beschenkten passen. Es wird von Herz zu Herz geschenkt.“
Bleibende Erinnerungen
Auch Fotografinnen und Fotografen profitieren von kirchlichen Festen. Sie werden immer häufiger engagiert, um die Freude des Jubeltages einzufangen. So auch Viktoria Ponsold aus Passail: „Ich habe heuer die Erstkommunionen von fünf Schulen mit insgesamt 147 Kindern begleitet.“
Die professionelle fotografische Begleitung sei für viele fixer Bestandteil. Neben klassischen Porträtaufnahmen versucht sie, die besondere Stimmung und emotionale Momente einzufangen: Ein Kinderlachen, Geflüster, Aufregung.
In den Kirchen werde immer stärker darauf geachtet, dass Gäste nicht selbst mit ihren Smartphones fotografieren. „Durch die enge Abstimmung mit Pfarrer und Lehrkräften kann ich mich im Hintergrund bewegen und genau die Momente und Perspektiven festhalten, die den Familien während der Feier selbst oft entgehen“, so die 31-Jährige.
Das sorgt für eine ruhigere Atmosphäre und gibt den Familien die Möglichkeit, den Tag zu genießen und ihn später immer wieder Revue passieren zu lassen.