Nach mehr als drei Jahrzehnten wurde die historische Schausammlung im Museum der Stadt Villach grundlegend überarbeitet. In sechs Monaten wurde ein völlig neues Konzept umgesetzt. „Archäologie hat oft einen verstaubten Ruf. Die jungen Kuratorinnen und Kuratoren zeigen, dass es auch ganz anders geht“, betont Museumsdirektor Andreas Kuchler. Ihm war es wichtig, die nächste Generation ins Boot zu holen.
Geschichte aus 7000 Jahren wird gezeigt
Villach ist archäologisch ein enorm wichtiger Boden. Über Jahrtausende hinweg kamen verschiedenste Völker vorbei und hinterließen ihre Spuren. Die Ausstellung spannt einen Bogen über 7000 Jahre Geschichte: von der Steinzeit über die Villacher Höhlenfunde und die Römerzeit bis hin zu Gräbern und Grabbeigaben aus Judendorf.
Wo früher allerdings etwa zehn gleiche Bleipferdchen in einer Vitrine lagen, wird heute ein einzelnes Fundstück mit Beleuchtung und eigener Story in Szene gesetzt. Die Ausstellung setzt auf die geschickte Verschränkung von Digitalem und Analogem sowie von Geographie und Geschichte.
Im Museum darf auch gelacht werden
Und die Archäologie macht vor der Moderne nicht halt: „Solange es im Boden ist, ist es Archäologie“, schmunzelt Kurator Arlo Newton Kleewein mit Blick auf eine ausgegrabene Almdudler-Dose. Wenn es das Thema zulässt, arbeitet das Team bewusst mit Sprache und Wortwitz. Im Museum darf schließlich auch gelacht werden.
„Das Publikum von heute hat andere Ansprüche“, erklärt Andreas Kuchler. Man hat weniger Zeit, erwartet Unterhaltung, sucht aber auch Entschleunigung und Ruhe. Ein ruhiges Design mit Naturfarben und atmosphärischer Beleuchtung sorgt dafür, dass man gerne verweilt. Mitmach-Aktionen für Jung und Alt schaffen zusätzliche Unterhaltung.
Auch das Handwerk wird gezeigt
Besonders spannend: Die Ausstellung zeigt nicht nur Fundstücke, sondern auch das Handwerk der Archäologie selbst. Wie gräbt man aus? Wie fühlt sich ein Forscher dabei? Zudem wird generationsübergreifend vermittelt – etwa wenn Kinder Wissenschaftler interviewen.
Der Erfolg der Umgestaltung zeigt sich bereits: Dank der neuen Mitmachstationen konnten die Schulführungen um 60 Prozent gesteigert werden. Für das Museumsteam gibt es aber einen noch wichtigeren Gradmesser: „Wenn Kinder nach einem Schulbesuch freiwillig mit ihren Eltern wiederkommen und ihnen alles zeigen wollen – das ist für uns das größte Lob.“