„Der Betrieb und das Kochen sind mein Leben und ich bin sehr stolz darauf, dass mich das auch heute noch immer so erfüllt“, sagt Mansuet Troicher. Seit gut 21 Jahren führt er in zweiter Generation die Pension Steirerland und das Wirtshaus Troicher in Mureck. Kommenden Samstag feiert der Betrieb sein 50-jähriges Jubiläum mit einem großen Fest und einer „kulinarischen Reise“ für die Gäste.

Familienbetrieb mit Tradition

1976 haben Troichers Eltern, Gertrude und Günther, die Pension Steirerland eröffnet. Tatkräftige Unterstützer waren damals auch seine Großeltern Rosa und Franz Puntigam: „Der Betrieb hat schon immer davon gelebt, dass er von der ganzen Familie geführt wurde“, sagt Troicher. So etablierte sich die Pension Steirerland über die Jahre zu einem beliebten Urlaubsziel für Touristen und einem wertvollen Treffpunkt für Einheimische.

Nach dem frühen Tod seiner Mutter und seines Großvaters 1991 führte Mansuet Troichers Vater Günther den Betrieb allein weiter. „Die zweite Frau meines Vaters, Anni, brachte sich aber auch von Beginn an liebevoll in den Betrieb ein und war eine große Stütze“, erinnert sich Troicher zurück. Schließlich übernahm er 2005 dann das Wirtshaus und die Pension mit 16 Zimmern von seinem Vater.

Wiener Schnitzel um 13 Euro geht sich nicht aus

Bekannt ist das Wirtshaus unter anderem für seine berühmten Schlachttage. Vom Schweinsbraten bis zur Blutwurst gibt es alles, was die traditionelle heimische Küche hergibt. Die Fleischwaren dafür verarbeitet Troicher selbst, zusammen mit seinem Vater und seinem Sohn Gregor. Altbekannte Klassiker werden dabei auch gerne einmal neu gedacht: Dann gibt es etwa mit Blutwurst gefüllte Teigtaschen auf einem Radicchio Treviso Salat oder, ein momentaner Klassiker, knusprige Spargel-Frühlingsrollen.

„Durch meinen Papa als Fleischhauer bin ich mit einem engen Bezug zur Regionalität bei Lebensmitteln aufgewachsen, das ist mir auch heute noch sehr wichtig“, so der 50-Jährige. Vor allem Fleisch, Gemüse und Obst bezieht er von regionalen Produzenten. Eine Sache, die sich neben der Teuerung häufig auch im Preis widerspiegelt.

Ein Wiener Schnitzel inklusive Beilagen um nur 13 Euro zu verkaufen, könnte er sich nicht mehr leisten. „Wenn man ein Wirtshaus ist, das viel investiert und erneuert hat, dann würde einem von dem Preis nicht mehr viel übrig bleiben“, erklärt der Wirt. Er ist der Meinung, dass gute Qualität auch einen fairen Preis haben darf. „Mein größtes Ziel ist es, dass meine Gäste so zufrieden sind, dass sie noch einmal vorbeikommen wollen“, so Troicher weiter.

Ein Achterl Wein statt drei

Er merkt aber auch eine generelle Veränderung in der Mentalität der Gäste über die Jahre. So beobachtet er, dass viele Gäste ihr Geld heute bewusster ausgeben: Ein Gast, der sonst für gewöhnlich zwei oder drei Achtel Wein zum Abendessen getrunken hat, bestellt mittlerweile nur mehr eines. Das nimmt der Wirt dann erst recht zum Anlass, besonderen Wert auf gute Qualität zu legen, um seinen Gästen etwas für ihr Geld zu bieten: „Ich bin überzeugt davon, dass man mit einer Verbindung aus Handwerk, Disziplin und Fleiß auch in schweren Zeiten ein gutes Wirtshaus führen kann.“