Georg Ploner steht inmitten seines Erdbeerfeldes gegenüber vom Dölsacher Schwimmbad. Keine Wolke ist zu sehen, die Sonne brennt vom Himmel. „Wir haben heuer sicher schon 15 Mal bewässern müssen, da es fast nie geregnet hat und alles sehr trocken ist“, schildert er und begutachtet die kleinen Pflänzchen. Neben der Trockenheit bereiteten ihm vor allem die Eisheiligen große Sorgen. „Die Eisheiligen waren heuer deutlich spürbar“, sagt er. „Da wir zum Stroheinstreuen das Vlies entfernen mussten und die Eisheiligen erst am 12. Mai begonnen haben, haben wir tags darauf am 13. Mai in der Früh räuchern müssen“, berichtet der Osttiroler. Bei dieser Methode werden seitlich vom Erdbeerfeld Strohballen aufgestellt und angezündet. „Zwischen fünf und sieben Uhr ist der kälteste Punkt. Das Problem sind ja nicht nur die Minusgrade, sondern auch ein klarer Himmel“, erklärt Ploner. Der aufsteigende Rauch verhindere, dass die Kälte auf den Boden gelangt, und wenn die Sonne aufgeht, dass die Blüten kaputt werden. „Das geht aber nur bei bestimmten Minusgraden. Hätten wir das Feld nicht mit Vlies abgedeckt, hätten wir einen kompletten Ernteausfall gehabt.“

So dramatisch sich die Situation zwischenzeitlich darstellte, so glimpflich ist sie geendet. „Wir haben den Frost sehr gut überstanden und sind froh, die Erdbeersaison ab Mittwoch, dem 27. Mai, zu starten. Da wir damit heuer 10 Tage später sind als letztes Jahr, werden alle Erdbeeren in kurzem Abstand zugleich reif sein“, informiert Ploner.

Das Erdbeerfeld von Georg Ploner befindet sich gegenüber vom Dölsacher Schwimmbad
Das Erdbeerfeld von Georg Ploner befindet sich gegenüber vom Dölsacher Schwimmbad © KK/Privat

Fixkosten werden höher

Die allgemeine Inflation ließ Ploner keine andere Wahl, als die Preise dieser anzupassen. Ein Kilo selbst gepflückte Erdbeeren kostet fünf Euro (4,50 Euro im Vorjahr) und ein Kilo bereits gepflückte Erdbeeren beläuft sich auf 10 Euro. „Unsere Fixkosten erhöhen sich. Erdbeerpflanzen, Stroh und Sprit werden teurer. Das Betreiben eines Erdbeerfeldes bedeutet zudem das ganze Jahr über harte Arbeit und ich finde, regionale Ware sollte wertgeschätzt werden.“

Kleine Einbußen

Ebenfalls in Dölsach, genauer gesagt unter der Spar-Filiale und gegenüber vom ehemaligen Gasthof Kapaun, befinden sich die beiden Erdbeerfelder von Familie Buchacher. Auch ihnen machte das trockene Frühjahr schwer zu schaffen. „Aufgrund der guten Böden ist es lange ohne Bewässerung gegangen. Zum Schluss mussten wir dann aber doch bewässern“, sagt Cornelia Buchacher. „Jenes Feld unter dem großen Folientunnel haben wir mit Tröpfchen-Bewässerung und einem unterirdischen Schlauch bewässert. Im Freiland haben wir das über einen Großflächenberegner gemacht“, erläutert Buchacher.

Als die Eisheiligen Grade im einstelligen Bereich knapp über Null brachten, fackelte die Osttiroler Familie nicht lange und deckte beide Felder mit Vlies ab. „Es ist zwar eine sehr anstrengende Arbeit, jedoch konnten wir auf das Räuchern verzichten. Wir haben Gott sei Dank nur kleine Einbußen“, sagt Buchacher. Anfang Juni soll die Saison zum Selberpflücken eingeläutet werden. Der Preis für ein Kilo Erdbeeren beträgt – so wie bei Familie Ploner – fünf Euro. „Wir haben jetzt einige Jahre keine Preiserhöhung gehabt. Da auch die Preise für Vlies, Pflanzen, Diesel und so weiter für uns gestiegen sind, haben wir uns dazu entschlossen“, erklärt Buchacher.

Familie Buchacher inmitten eines ihrer Felder unter dem Folientunnel
Familie Buchacher inmitten eines ihrer Felder unter dem Folientunnel © KK/Privat