Wenn eine Augenärztin die eigene Familie operiert

Eine Linsenoperation dauert heute oft nur wenige Minuten. Für viele Patientinnen und Patienten ist sie ein routinierter Eingriff, den sie mit einer Mischung aus Hoffnung und Nervosität betreten. Für Dr. Kristina Mikek aus Graz wurde er jedoch zu etwas sehr Persönlichem, als plötzlich jene Menschen auf dem Behandlungsstuhl saßen, die sie ihr Leben lang begleitet hatten.

Innerhalb weniger Jahre operierte sie ihren Vater, ihre Mutter und schließlich ihre Schwester. Drei Menschen in völlig unterschiedlichen Lebensphasen und drei Entscheidungen darüber, wie gutes Sehen im Alltag eigentlich aussehen soll. Denn moderne Premiumlinsen werden längst nicht mehr nur eingesetzt, um den Grauen Star zu entfernen. Sie sollen vor allem zum Leben passen: zum Autofahren bei Nacht, zum Lesen, zum Arbeiten am Bildschirm oder zu jenem kurzen Blick auf ein vertrautes Gesicht, den man nie bewusst wahrnimmt, bis er unscharf wird.

„Die Welt sieht wieder aus wie früher“

Dr. Mikeks Mutter bemerkte die Veränderungen zunächst kaum. Farben wirkten matter, Autofahrten in der Dämmerung anstrengender, kleine Schrift verlangte plötzlich mehr Konzentration. Nichts davon schien dramatisch und doch wurde der Alltag langsam mühsamer. Die Situation war besonders emotional: Denn ihre Mutter ist selbst Augenärztin. Trotzdem überließ sie ihrer Tochter die Entscheidung, welche Linse eingesetzt werden sollte.

Für die Mutter von Dr. Mikek war die EDOF-Linse die richtige Wahl
Für die Mutter von Dr. Mikek war die EDOF-Linse die richtige Wahl © morela

Die Wahl fiel auf eine sogenannte EDOF-Linse – eine Premiumlinse mit erweiterter Tiefenschärfe. Sie passte am besten zu ihrem Alltag zwischen Garten, Autofahrten und Lesen. Am Morgen nach der Operation öffnete ihre Mutter die Augen, blickte kurz schweigend aus dem Fenster und begann dann zu lachen. Später sagte sie einen Satz, den Dr. Mikek bis heute oft von Patientinnen und Patienten hört: „Die Welt sieht wieder so aus wie früher.“

Wie sich das Leben unbemerkt verkleinert

Noch eindrücklicher blieb ihr die Operation ihres Vaters in Erinnerung. Jahrelang hatte er behauptet, mit seinen Augen sei alles in Ordnung. Tatsächlich hatte er längst begonnen, sich zurückzuziehen: keine Zeitung mehr am Frühstückstisch, keine Autofahrten nach Sonnenuntergang, immer mehr kleine Einschränkungen im Alltag. Viele Menschen erleben den Grauen Star sehr schleichend. Nicht als plötzlichen Verlust, sondern als langsames Verschwinden gewohnter Selbstverständlichkeiten.

Dr. Mikeks Vater hatte aufgrund von grauem Star das Autofahren am Abend zunehmend vermieden
Dr. Mikeks Vater hatte aufgrund von grauem Star das Autofahren am Abend zunehmend vermieden © morela

Schließlich entschied sich ihr Vater für eine multifokale Premiumlinse. Sie ermöglicht gutes Sehen auf mehreren Distanzen und reduziert oft die Abhängigkeit von Brillen deutlich. Nach der Operation las er wieder Zeitung und fuhr an Sommerabenden wieder selbst mit dem Auto. Für Dr. Mikek war vor allem eines berührend: wie schnell Menschen oft vergessen, wie sehr sie sich zuvor bereits eingeschränkt hatten.

Ein Leben zwischen Bildschirm und Mikroskop

Ihre Schwester wiederum hatte keinen Grauen Star. Die Ursache ihrer Beschwerden war die Alterssichtigkeit, ein Phänomen, das viele Menschen bereits ab Mitte vierzig bemerken. Als Universitätsprofessorin und Mikrobiologin wechselte sie ständig zwischen Mikroskop, Bildschirm, Unterlagen und Hörsaal. Lesebrillen, Gleitsichtbrillen und Kontaktlinsen lösten jeweils ein Problem und schufen gleichzeitig neue.

Dr. Mikeks Schwester entschied sich für einen sogenannten refraktiven Linsenaustausch
Dr. Mikeks Schwester entschied sich für einen sogenannten refraktiven Linsenaustausch © morela

Irgendwann wurde die tägliche Anstrengung größer als die Bereitschaft, sich weiter daran anzupassen. Die Entscheidung fiel auf einen refraktiven Linsenaustausch mit Premiumlinsen. Monate später beschreibt sie vor allem eines als Befreiung: nicht mehr ständig über das eigene Sehen nachdenken zu müssen.

Die richtige Linse beginnt mit einer persönlichen Frage

Die drei Familiengeschichten zeigen, wie unterschiedlich gutes Sehen empfunden wird. Manche Menschen möchten möglichst unabhängig von Brillen sein, andere legen besonderen Wert auf kontrastreiches Nachtsehen oder entspanntes Arbeiten am Bildschirm. Deshalb beginnt eine moderne Voruntersuchung heute oft nicht mit technischen Messungen, sondern mit einer einfachen Frage: Wie möchten Sie leben?

Welche Linse die richtige ist, hängt auch vom Lebensstil ab
Welche Linse die richtige ist, hängt auch vom Lebensstil ab © morela

Die eigentliche Veränderung passiert selten im Operationssaal. Sie zeigt sich beim Lesen eines Buches, beim Autofahren in der Abendsonne oder in jenem Moment, in dem jemand plötzlich wieder klar sieht, was ihm im Alltag leise verloren gegangen war.

Entstanden in Kooperation mit Morela Augenambulatorium.