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Für den Notfalleinsatz: Schnellstart für den Drohnenflug

Bevor sie abheben können, müssen Drohnenpiloten langwierige Checklisten erfüllen. Die FH will den Prozess beschleunigen – vor allem für den Rettungseinsatz.

Drohneneinsatz auf der Aflenzer Bürgeralm | Drohneneinsatz auf der Aflenzer Bürgeralm
© SIENA
Drohneneinsatz auf der Aflenzer Bürgeralm|Drohneneinsatz auf der Aflenzer Bürgeralm

Wenn es brennt, muss es flott gehen: Die aktuellen Waldbrände in Kärnten und der Steiermark zeigen, wie jede Minute bei der rechtzeitigen Eindämmung des Feuers entscheidend sein kann. Zeit spielt bei der Suche nach Brandherden oder Glutnestern genauso eine Rolle, vor allem, wenn man sie aus der Luft mittels bodengesteuerter Flugdrohnen entdecken will. Dafür müssen schnell große Gebiete beflogen werden, in denen der Pilot keinen direkten Sichtkontakt zur Drohne hat. Solche Einsätze unterliegen strengen Auflagen.

„Um die Flugerlaubnis für einen solchen Drohnenflug zu erhalten, muss der Luftfahrtbehörde ein genaues Konzept inklusive Drohnentyp und -ausstattung, Flugroute und Risikobewertung übermittelt werden. Das dauert oft mehrere Wochen, bis die Behörde ihr OK gibt. Bei einem Katastropheneinsatz kann man natürlich nicht so lange warten“, sagt Gernot Paulus. Der FH-Professor beschäftigt sich mit der Forschungsgruppe SIENA an der FH Kärnten schon seit Jahren mit der Aufgabe, eine automatisierte Risikobewertung für Drohnenflüge auf Basis von hochpräzisen Geodaten zu erstellen.

Aus dieser Arbeit ist das Projekt ALPS-RADAR hervorgegangen: „Gerade bei Rettungsmissionen im alpinen Raum sorgen wechselhaftes Wetter und anspruchsvolles Terrain für zusätzliche Herausforderungen bei der Einsatzplanung. Unser System kombiniert hochauflösende Wettermodelle mit KI-gestützter Analyse, um Flugrisiken sowohl für Drohnen als auch für Hubschrauber zu bewerten“, sagt Paulus. Mit seinem Team entwickelt er eine App, mit der Drohnenpiloten eine Entscheidungshilfe erhalten, ob ein Drohnenflug durchführbar ist oder nicht. Zudem liefert die App auch automatisiert die Daten, die für die Flugsicherung relevant sind, um eine Freigabe zu erteilen.

Die Vorsichtsmaßnahmen haben ihren Grund: So muss immer die Sicherheit von Menschen innerhalb der Flugzone gewährleistet sein, zugleich steht auch in der Luft einiges am Spiel – spezialisierte Drohnen können schnell 100.000 Euro wert sein. „Deshalb beschäftigen wir uns intensiv damit, sie sicher in die Luft zu bringen“, so Paulus.

Diese Seite erscheint in Kooperation mit der Kärntner Hochschulkonferenz. Die redaktionelle Verantwortung liegt ausschließlich bei der „Kleinen Zeitung“.

FH Kärnten/Helge Bauer
© Helge Bauer
FH Kärnten/Helge Bauer

Bei einem Katastropheneinsatz kann man nicht Wochen auf die Genehmigung warten.

— Gernot Paulus

Projektinfo

ALPS-RADAR hat zum Ziel, luftgestützte Rettungseinsätze in alpinen Gebieten mit einem neuen digitalen System zur automatisierten Flugrisikobewertung zu verbessern. Das mit 550.000 Euro dotierte FFG-Projekt wird vom Forschungsdepartment SIENA (Spatial Informatics for Environmental Applications) der FH Kärnten angeführt. Partner sind UBIMET, der Bergrettungsdienst Kärnten, der Bezirksfeuerwehrverband Kufstein, das Rote Kreuz Kärnten und die ARA Flugrettung.