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Forschen im ferngelenkten Versuchslabor

Die FH Kärnten hat ein Labor aufgebaut, das ohne Personal auskommt. Experimente werden übers Internet gestartet.

Idealerweise kommt das „Remote-Labor“ ganz ohne menschliches Personal aus – es sei denn, ein Gerät funktioniert nicht | Idealerweise kommt das „Remote-Labor“ ganz ohne menschliches Personal aus – es sei denn, ein Gerät funktioniert nicht
© FH
Idealerweise kommt das „Remote-Labor“ ganz ohne menschliches Personal aus – es sei denn, ein Gerät funktioniert nicht|Idealerweise kommt das „Remote-Labor“ ganz ohne menschliches Personal aus – es sei denn, ein Gerät funktioniert nicht

Keine Menschenseele findet sich zwischen den technischen Aufbauten, Messinstrumente und Computer surren leise vor sich hin. Und trotzdem herrscht Hochbetrieb in den „Remote-Laboren“ der FH Kärnten, die bis zu 1000 einzelne Experimente pro Jahr abwickeln. Und das zu jeder Uhrzeit, das Labor hat 24 Stunden am Tag geöffnet, 365 Tage im Jahr.

Die Lernenden sitzen dabei meist zu Hause an ihren Laptops: Über das Internet greifen sie auf die Laborausrüstung am FH-Campus Villach zu, wo sie verschiedene physikalische Experimente aus der Ferne steuern und auswerten können. „Praktische Laborübungen gelten in der technischen und naturwissenschaftlichen Ausbildung als unverzichtbar – zugleich sind sie oft an fixe Zeiten, teure Geräte und strenge Sicherheitsvorgaben gebunden“, sagt Thomas Klinger, der Leiter des Forschungszentrums myLab an der FH. Das „Remote-Labor“ wurde eingerichtet, um Studierenden und externen Lehrenden das Experimentieren zu erleichtern. Eine weitere Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler, die in die Wissenschaft hineinschnuppern möchten und gemeinsam mit ihren Lehrern auf technische Ausrüstung zugreifen können, die für keine Schule erschwinglich wäre.

Das Labor verfügt über Geräte zur Messung elektronischer Systeme, ein Elektroniklabor, ein virtuelles Modell des menschlichen Auges, Experimente zur Infrarotstrahlung, Spektrometrie unterschiedlicher Lichtquellen, Strömungsversuche im Windkanal sowie Messungen der Radioaktivität von Alltagsgegenständen. Bis zu 100 Studierende greifen pro Jahr zu jeder Tages- und Nachtzeit auf die unterschiedlichen Experimente zu und nutzen die Ergebnisse für ihre Abschlussarbeiten.

Besonders beliebt sind bei den Studierenden Experimente, die elektronische Bauteile und elektrische Widerstände analysieren. „Wichtig ist, dass die Messergebnisse nicht simuliert sind, sondern anhand von realen Bauteilen im Labor stammen“, sagt Klinger. Völlig ersetzen will er die Ausbildung im Labor daher nicht – es brauche nach wie vor auch die physische Anwesenheit und das unmittelbare Arbeiten mit den eigenen Händen.

Diese Seite erscheint in Kooperation mit der Kärntner Hochschulkonferenz. Die redaktionelle Verantwortung liegt ausschließlich bei der „Kleinen Zeitung“.

Thomas Klinger ist der Leiter des Forschungszentrums myLab an der FH Kärnten
© Fh Kärnten / Kk
Thomas Klinger ist der Leiter des Forschungszentrums myLab an der FH Kärnten

Praktische Laborübungen gelten in der technischen und naturwissenschaftlichen Ausbildung als unverzichtbar.

— Thomas Klinger

Projektinfo

myLab heißt das Forschungszentrum, in dem die 24/7 Remote-Labore entwickelt wurden. Die FH macht damit reale Experimente erstmals orts- und zeitunabhängig zugänglich. Der erste Versuchsaufbau wurde bereits vor 10 Jahren installiert, seitdem wächst das Labor stetig weiter.