So reagieren die Buslinien in Klagenfurt
Mit dem Start der Koralmbahn kommt es zu keinen wesentlichen Änderungen im Klagenfurter Busbetrieb. Änderungen könnten aber schnell vorgenommen werden, versichert die Stadt.
Wie man abseits von Auto oder Rad am schnellsten vom Klagenfurter Hauptbahnhof zum Strandbad gelangt? Mit dem Zug. Vier Minuten dauert die Fahrt mit der S1 zum Bahnhof West, geschätzte 15 Minuten der anschließende gemächliche Fußmarsch zum Strandbad. Ein flotter Spaziergänger schlägt die Linie 4, die mit einer Fahrtzeit von 19 Minuten die Punkte direkt per Bus verbindet. Und dennoch sieht sich der Busbetrieb in Klagenfurt auf die Koralmbahn gut vorbereitet.
Am 14. Dezember, dem Beginn der Koralmbahn, schraubt die Klagenfurt Mobil GmbH (KMG) nur geringfügig an ihren Fahrplänen. Während die Graz Holding bereits mit der Neutorlinie eine neue Bimroute eröffnete und die Taktung mehrerer Buslinien verdichtete, werden die abendlichen Abfahrtszeiten am Heiligengeistplatz in Klagenfurt und jene einzelner Linien um wenige Minuten verschoben. Die ganz große Umstellung bleibt aus. Warum? Weil die Taktung bereits im September 2023 umgestellt wurde, sagt KMG-Geschäftsführer Hansjörg Schusser. Seitdem sind in der Kernzeit drei Linien im 10-Minuten-Takt und neun Linien im 20-Minuten-Takt unterwegs. „Damit wurde das Angebot deutlich erhöht“, sagt Schusser.
Verbindungen innerhalb weniger Minuten in alle Richtungen
Wer am Hauptbahnhof ankommt, kann zumindest alle fünf bis sieben Minuten per Bus in alle Himmelsrichtungen weiterfahren. Die Linien A und 4 führen in den Norden und Süden, mit der Linie 6 geht es bis nach Harbach in den Osten sowie an die Universität im Westen. Die Linie 7 führt nach Hörtendorf, die Linie C in die Wörthersee-Ostbucht. Genau diese Linien werden mit der Koralmbahn auch „an Bedeutung zunehmen“, ist sich Schusser sicher. Grundsätzlich erwarten sich die KMG steigende Fahrgastzahlen. Auf welchen Linien und in welcher Dimension, könne man aber nicht einschätzen.
„Wir haben unsere Hausaufgaben erledigt“, sagt ÖPNV-Referentin Sandra Wassermann (FPÖ). Mit dem Start der Koralmbahn beobachten KMG und Stadt im Laufe des ersten Quartals 2026 die Veränderungen und eventuellen Mehrbelastungen für den Busverkehr. Mittels Handydaten werden die Besucherströme erfasst, die als Basis für mögliche Eingriffe in das Liniennetz dienen. Wenn notwendig, können Linien innerhalb weniger Wochen verändert werden, versichert Wassermann.
Busfahren kostet aber Geld. Nicht nur Fahrgästen, auch der Stadt Klagenfurt, die heuer rund 15 Millionen Euro in das Tochterunternehmen der Stadtwerke für den Betrieb zuschießen muss. Der 10-Minuten-Takt gilt als Kostentreiber, trotzdem steht er politisch nicht zur Debatte. Für eine vierte Linie fehlt in Klagenfurt aber das Geld. Wie mehrfach angekündigt, sucht Wassermann deshalb das Gespräch mit dem Land. „Dafür benötigen wir auch Erfahrungswerte von der Koralmbahn“, sagt die Referentin. Mit dem Rad- und E-Scooter-Verleih und dem E-Carsharing-Angebot ist Klagenfurt aus ihrer Sicht auf die Direktverbindung nach Graz bestens vorbereitet.

