Wie KI im Unterricht helfen kann
Kooperationsprojekt der PH Kärnten untersucht das Potenzial von Künstlicher Intelligenz aus Lehrperspektive.
Nein, es gehe nicht darum, Lehrerinnen und Lehrer durch Künstliche Intelligenz zu ersetzen, schickt Kathrin Holten präventiv vorweg. Das Forschungsprojekt Adapt-AI, das sie an der PH Kärnten unlängst ins Leben gerufen hat, hat vielmehr zum Ziel, Lehrpersonen im Unterricht zu stärken: „Wir wollen sie befähigen, durch den gezielten Einsatz von KI ihren Unterricht so zu gestalten, dass er sich besser an speziellen Bedürfnissen der Lernenden orientiert“, sagt die Physik- und Mathematikdidaktikerin. Geht ihr Plan auf, würde es sogar noch mehr Lehrkräfte für die adäquate Nutzung der KI im Unterricht brauchen.
Denn Schülerinnen und Schüler brauchen zusätzliche Betreuung und Orientierung, um die vielfältigen Möglichkeiten der KI zu nutzen und zu verstehen. „Im Unterricht ist es die Aufgabe der Lehrenden, die Ergebnisse von KI-Anfragen für die Schüler einzuordnen und zu interpretieren“, sagt Holten. Ihr Projekt konzentriert sich daher auf die Ausbildung der Lehrpersonen: Sie sollen sich sicher im Umgang mit KI fühlen und sie sinnvoll nutzen können, um den Unterricht zu gestalten.
Dazu entwickelt das Projektteam in den kommenden drei Jahren ein fachübergreifendes Modell für den Einsatz von KI in den Fächern MINT, Mathematik, Deutsch und Englisch. Konkrete Lern- und Prüfungsbeispiele können daraus entnommen und in die Lehrerausbildung integriert werden. Zunächst aber steht ein Testlauf für diese Modelle in allgemeinbildenden Schulen in Österreich, Deutschland und Slowenien am Plan.
Der rasanten Entwicklung von KI wird dabei Rechnung getragen. „Wir wissen nicht, wo sich die Technologie in den nächsten Jahren hinbewegen wird. Deshalb schaffen wir einen theoretischen Rahmen für allgemeine Kompetenzen im Umgang mit KI, die sich dann auf die jeweils aktuelle Schnittstelle anwenden lassen“, sagt Holten. So bleibt das Projekt flexibel und offen für die nächsten Entwicklungen nach ChatGPT.
Erstes Feedback erhält Holten von den Studierenden der PH Kärnten: Sie werden die Online-Selbstlernkurse für Lehrkräfte im Rahmen von Lehrveranstaltungen testen und mit ihren Rückmeldungen weiterentwickeln.
Diese Seite erscheint in Kooperation mit der Kärntner Hochschulkonferenz. Die redaktionelle Verantwortung liegt ausschließlich bei der „Kleinen Zeitung“.
Wir wissen nicht, wo sich die KI-Technologie in den nächsten Jahren hinbewegen wird.
— Kathrin Holten
Projektinfos
Adapt-AI steht für „Adaptive Learning Arrangements and Assessment Procedures “, eine grenzüberschreitende Forschungskooperation zwischen Österreich, Deutschland und Slownien. Das Konsortium wird von der PHK koordiniert, Projektpartner sind die Universität Siegen und die Erziehungswissenschaftliche Fakultät der Universität Ljubljana. Dem Erasmus+-Projekt wurden Fördermittel von 400.000 Euro zugesagt.