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Das Rätsel um die legendären Klimt-Bilder

1945 verbrannten Werke von Gustav Klimt im Schloss Immendorf. Eine Ausstellung im MAK fördert nichts Neues zutage, ist aber für Fans von Kunstgeschichte-Krimis recht kurzweilig.

Gustav Klimt, Freundinnen II, 1916/17 – das Gemälde wurde ebenso ein Raub der Flammen
© Manfred Thumberger
Gustav Klimt, Freundinnen II, 1916/17 – das Gemälde wurde ebenso ein Raub der Flammen
Susanne Rakowitz
Redakteurin Kultur & Medien

Jeden Tag ist ein Stück abgebrannt“, erinnert sich eine Zeitzeugin an den Brand von Schloss Immendorf. Was bleibt, ist eine Steinruine, deren Stümpfe in den Himmel ragen. Die Tage davor hat sich eine kunsthistorische Katastrophe abgespielt: Das NS-Regime liegt Anfang Mai 1945 in den letzten Zügen, aus Angst vor Bombardierungen durch die Alliierten werden ab 1942 kunsthistorische Schätze, auch aus dem MAK, im Schloss Immendorf bei Wien zwischengelagert. Darunter sind mehrere Werke von Gustav Klimt, auch die drei legendären Fakultätsbilder: „Die Medizin“, „Die Jurisprudenz“ und „Die Philosophie“. Meisterwerke, von denen es nur noch schwarz-weiß-Fotografien gibt und die Google in Zusammenarbeit mit dem Belvedere 2021 farblich „hochgerechnet“ hat. Wie, ausgehend von der Klimt-Farbpalette, die Bilder ausgesehen haben könnten.

Gustav Klimt, Fakultätsbild „Die Philosophie“, 1900
© Manfred Thumberger
Gustav Klimt, Fakultätsbild „Die Philosophie“, 1900
Fakultätsbild „Die Philosophie“, 1900, Rekolorierung nach historischer Aufnahme (2021)
© Österreichische Galerie Belvedere, Wien / Image by Google
Fakultätsbild „Die Philosophie“, 1900, Rekolorierung nach historischer Aufnahme (2021)

Die kleine Ausstellung „Gustav Klimt, das MAK und Schloss Immendorf: Verbrannt, zerstört, verschollen?“ stellt natürlich die große Frage in den Raum, wer den Brand gelegt hat – waren es die Nazis selbst oder doch die Russen? Über allem schwebt die unwahrscheinliche Hoffnung, dass die Klimt-Bilder durch Plünderungen den Brand überstanden haben könnten – was nahezu ausgeschlossen wird.

Schloss Immendorf vor dem Brand
© Gustav Klimt Privatstiftung
Schloss Immendorf vor dem Brand

Die Schau, eine Kooperation des MAK mit der Klimt-Foundation, setzt vor allem auf den True-Crime-Effekt, neue Erkenntnisse gibt es jedoch nicht: In einem Kurzfilm werden die letzten Tage rekonstruiert, kommen Zeitzeugen, aber auch die letzten Überlebenden von Schloss Immendorf, die Erben von Rudolf Freudenthal, zu Wort – Gespräche, die naturgemäß nicht aktuell sind. In Vitrinen sind Reproduktionen und Fotografien rund um die verbrannten Kulturschätze, darunter auch ein gotischer Reliquienschrein aus Möchling in Kärnten zu sehen. Was nicht vergessen wird – wie die Nazis Gustav Klimt in einer großen Ausstellung 1943 vereinnahmt haben und enteignete Werke, darunter von der Familie Lederer, ausgestellt haben.

„Gustav Klimt, das MAK und Schloss Immendorf: Verbrannt, zerstört, verschollen?“ im MAK, bis 21. 9. mak.at