Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

Janez Gregorič schlägt völkerverbindende Saiten an

Der Gitarrist und Komponist lädt seit 25 Jahren bildende Künstler, Literaten und Musiker zu dem grenzüberschreitenden Fest „Trivium“ auf den Hemmaberg im Bezirk Völkermarkt ein.

Ein Mann spielt Gitarre | Gitarrist Janez Gregorič
© Gilbert Waldner
Ein Mann spielt Gitarre|Gitarrist Janez Gregorič
Karin Waldner-Petutschnig

„Es ist eine Hofübergabe. 25 Jahre sind genug“, lacht Janez Gregorič, während er seine Gitarre auspackt und die Geschichte des grenzüberschreitenden Kulturfestivals „Trivium/tri poti/drei Wege“ Revue passieren lässt. Es ist auch die Geschichte der Familie Gregorič, denn neben Janez und Ehefrau Lydia („Sie spielt zu Hause die erste Geige!“) sind die Töchter Sara (32) und Mira (30) von Anfang an dabei gewesen.

Der „Hof“, der da mit den beiden an die nächste Generation übergeben wird, liegt in Südkärnten, auf und um den Hemmaberg, dem Wallfahrtsort mit seinen frühchristlichen Ausgrabungen, der Rosaliengrotte und der mächtigen Linde vor der Kirche. Zu Hause ist die Kärntner-slowenische Familie am Fuße des Hemmaberges. Von Mala vas/Kleindorf bei Globasnitz/Globasnica trägt sie ihre Musik in die Welt - und zeigt der ihr, wie kulturell reich ihr Heimatland Kärnten ist.

Gregorič mit seinen Töchtern Mira und Sara (von links)
© KK/Stefan Reichmann
Gregorič mit seinen Töchtern Mira und Sara (von links)

Gegründet vor 25 Jahren führt das Fest (veranstaltet vom slowenischen Kulturverein Globasnica) jedes Jahr am 14. August, dem Vorabend zu Mariä Himmelfahrt, Musik, bildende Kunst und Literatur Kärntner Kulturschaffende zusammen. Und das bei freiem Eintritt, denn: „Jeder hat Zutritt. Das soll keine Frage des Geldes sein“ (Gregorič). Beim Jubiläums-Trivium heuer wird es nicht nur einen Rückblick auf ein Viertel-Jahrhundert geben (unter anderem mit Werken „ex voto“ Valentin Omans, kleine Votivgaben von den Künstlerkollegen der vergangenen Jahre), sondern auch neue Texte von Cvetka Lipuš, Gustav Januš, Dominik Srienc, Maja Haderlap, Peter Waterhouse u.a.. Archäologe Franz Glaser wird Gedanken zum Pilgerheiligtum beisteuern und natürlich wird auch der 2016 verstorbene Schriftsteller Fabjan Hafner, der gemeinsam mit Gregorič und dem Maler Rudi Benétik das Trivium gegründet hat, zu hören sein.

Workshops für Schulen

Ebenso wie Janez Gregorič mit seinen Töchtern, die seit 2018 als „Duo Sonoma“ die professionelle Musikerkarriere eingeschlagen haben und seit heuer auch die Sonus Musikwerkstatt leiten. Im 20. Jahr der bisher der Kammermusik gewidmeten Workshops für alle Musikbegeisterten „von zehn bis 99 Jahren“ aus Kärnten, Slowenien und Italien werden dabei die Kurse für alle Instrumente geöffnet. Neben der Musikwerkstatt bietet der 2006 gegründete Verein Sonus inzwischen außerdem Workshops für Schulen an („Sonus outreach“) und zeichnet auch für die hochkarätige Konzertreihe Sonusiade verantwortlich, die sieben Jahre lang im Museum Liaunig über die Bühne ging. Mittlerweile spannen die Konzerte von Feistritz ob Bleiburg/Bistrica nad Pliberkom über Bleiburg/Pliberk und Globasnitz/Globasnica einen musikalischen Bogen bis nach Eberndorf/Dobrla vas.

Gregorič mit Ehefrau Lydia und Töchtern Sara und Mira
© KK/Stefan Reichmann
Gregorič mit Ehefrau Lydia und Töchtern Sara und Mira

Wie das alles für den heimatverbundenen, umtriebigen Gitarristen und Komponisten, der im Dezember seinen 60. Geburtstag feiern wird, begonnen hat? Schon im slowenischen Gymnasium in Klagenfurt schnupperte er mit einer Schulband Bühnenluft, bevor es zum Studium der Konzertgitarre nach Graz ging. Mit seiner jungen Familie kam er daraufhin als Lehrer an der slowenischen Musikschule wieder zurück nach Kärnten, bei Studienaufenthalten in Berlin und Uruguay lernte er den Gitarristen, Pädagogen und Komponisten Abel Carlevaro kennen. Die modifizierte, siebensaitige Kreul-Carlevaro-Gitarre ist seit 2018 Gregoričs Lieblingsinstrument.

Nur drei Instrumente weltweit

Weltweit gibt es nur drei derartige Instrumente: „Sie hat keine Achterform, schräge Bünde und einen doppelten Boden“, führt er während des Gesprächs begeistert sein Instrument vor und schlägt ein paar Saiten an. „Das trägt den Klang besser hinaus, bewirkt eine Klarheit und Tiefe des Tons.“ Allein in den vergangenen zwei Jahren hat Janez Gregorič fünf CDs produziert (etwa mit dem Flötisten Walter Auer und dem Saxophonisten Wolfgang Puschnig), eine gemeinsame Aufnahme mit den Töchtern steht bevor.

Es wirkt also nicht so, als würde die „Hofübergabe“ mehr Ruhe ins Leben des Musikers bringen. Oder doch? „Wir haben gerade das erste Mal im Leben einen zweiwöchigen Urlaub gemacht“, sagt Gregorič und erzählt von seiner Reise auf den Spuren der Vergangenheit nach Montevideo und Buenos Aires. Er ist überzeugt: Der Brückenschlag zwischen gestern und heute, zwischen den Sprachen und Kunstsparten wird auch dem „Trivium“ weiterhin gelingen.

Mehr zum Thema