„Beim Ultra-Cycling geht es darum, seine Grenzen auszutesten“
Die Leobenerin Marianne Machner (31) hat erst vor vier Jahren das Radfahren für sich entdeckt. Nun gewann sie als beste Frau das Ultra-Radrennen Race Across Austria mit über 1087 Kilometern in 67 Stunden und 59 Minuten.
Über 1000 Kilometer. Bei jedem Wetter, jeder Höhenlage und jedem Terrain. Mit eigenem Gepäck, Schlafsack und ganz auf sich alleine gestellt. Das macht das Race Across Austria (RACA), ein Radrennen quer durch Österreich, aus. Was für viele unmöglich klingt, ist für Marianne Machner (31) aus Leoben eine Herausforderung, die sie gerne annimmt.
Die 31-Jährige lebt für den Radsport und vor allem den Ultra-Radsport. Kürzlich hat sie das RACA North to South, das mit Linz als Start und Ziel über den nördlichsten Punkt in Österreich bis hin zum südlichsten Punkt und retour reicht, als beste Frau mit einer Zeit von 67 Stunden und 59 Minuten gemeistert. Insgesamt erreichte sie den zwölften Platz. Geschlafen habe sie in dieser Zeit nur zwei Stunden. Ein Extremsport also, der einem alles abverlangt.
Mit Vintage-Stahlrad begonnen
Dabei hat Machner erst im Jahr 2021 im Zuge der Covid-Pandemie mit dem Radfahren begonnen. „Ich habe damals ganz zentral in Graz gewohnt, und wollte raus aus der Stadt, hinein in die Natur. Radfahren war die einfachste Methode, deshalb bin ich mit meinem Vintage-Stahlrad immer die Mur entlang Richtung Süden gefahren“, erinnert sich Machner zurück.
Danach sind die Radtouren immer länger geworden und der Ehrgeiz immer größer. „Durch das Radfahren habe ich auch viele Menschen kennengelernt, mit denen ich gemeinsam gefahren bin“, so Machner. Auch ihre Schwester Katharina Machner, die Elite-Rennradfahrerin ist, habe einen großen Teil dazu beigetragen.
Grenzen austesten
Mittlerweile ist Machner auch Teil des Vereins „Heartland Cycling“ in Graz. „Dadurch habe ich den Mut gefunden, mich bei Langstreckenevents anzumelden, letztes Jahr habe ich dann zum ersten Mal bei einem Ultra-Cycling-Event, dem RACA, mitgemacht“, erzählt die 31-Jährige, die seit heuer auch strikt nach einem Trainingsplan trainiert und im Durchschnitt 15 bis 17 Stunden in der Woche am Rad sitzt.
„Beim Ultracycling geht es darum, seine eigenen Grenzen auszutesten“, erklärt Machner. Die größte Herausforderung bei den Rennen seien immer die Wetterbedingungen. Einmal musste Machner etwa am höchsten Punkt der Strecke bei Schneefahrbahn ihr Fahrrad schieben, um weiterzukommen.
Weitere Ziele
Warum das Radfahren Machners große Leidenschaft geworden ist, erklärt sie folgendermaßen: „Nach einer gewissen Zeit ist es meditativ, man hat irgendwann alle Gedanken durch, die einen beschäftigen und folgt einfach den automatischen Bewegungen.“ Gerade bei Ultra-Rennen zeige sich erst, zu was der eigene Körper in Extremsituationen fähig sei.
In diesem Jahr hat sich die Ultrasportlerin, die gerade ihre Masterarbeit in Architektur schreibt, nach dem Erfolg beim RACA schon einige weitere Ziele gesetzt. So möchte sie auch noch beim RACA East to West, das von Burgenland bis Vorarlberg über den Großglockner verläuft und welches sie auch im Vorjahr schon einmal absolviert hat, teilnehmen. Weiters will sie den European Peace Ride von Passau nach Chemnitz bestreiten.

