Wie junge Menschen den Umgang mit Geld lernen
Vom ersten Taschengeld zur Finanzkompetenz: Wie junge Menschen lernen, mit Geld umzugehen, und was Eltern, Schule und Gesellschaft dazu beitragen können.

Wenn junge Menschen zum ersten Mal über eigenes Geld verfügen, verändert das viel. Ein paar Euro als Taschengeld, der erste Ferienjob oder ein Lehrlingsgehalt – mit jedem Schritt wächst hierbei die Verantwortung. Gleichzeitig beginnt ein Lernprozess, der prägt. Denn wer früh den Umgang mit Geld versteht, trifft später bessere Entscheidungen.
Das Taschengeld ist ein sinnvoller Einstieg. Es gibt Kindern die Möglichkeit, erste Erfahrungen mit Budgetplanung zu machen. Regelmäßige, überschaubare Beträge helfen, ein Gefühl für Wert und Verzicht zu entwickeln. Ausschlaggebend ist nicht die Höhe, sondern die Freiheit, selbst zu entscheiden. Eltern sollten begleiten, aber nicht eingreifen – vor allem dann nicht, wenn das Geld einmal zu schnell weg ist. Auch das gehört zum Lernen.
Das erste, selbst verdiente Einkommen ist prägend
Mit dem ersten Verdienst wird der Umgang mit Geld konkreter. Ein Ferialjob, ein Lehrlingseinkommen oder ein kleiner Nebenjob bringen plötzlich echte Summen aufs Konto. Jetzt geht es darum, Ziele zu setzen. Wofür lohnt es sich zu sparen? Was braucht es wirklich? Die ersten eigenen Ausgaben, ein Bankkonto, Online-Banking oder digitale Zahlungsmittel werfen neue Fragen auf und fordern Orientierung. Zunehmend spielt auch die digitale Welt eine Rolle. In vielen Spielen wird mit virtuellen Währungen bezahlt. Online-Käufe funktionieren ohne Bargeld. Rabatte, Angebote und digitale Zahlungsmethoden machen Geld unsichtbar – und damit schwerer greifbar. Wer früh lernt, bewusst zu unterscheiden, behält später eher den Überblick.
Reden für mehr Verständnis
Finanzbildung beginnt nicht erst in der Schule. Sie findet im Alltag statt – zu Hause, im Gespräch mit Freunden, beim Einkaufen oder im ersten Beratungsgespräch mit der Bank. Es geht nicht darum, alles sofort zu verstehen, aber darum, Fragen zu stellen, Erfahrungen zu sammeln und ein Gespür dafür zu entwickeln, was Geld leisten kann und wo es schnell verschwindet.
Studien zeigen, dass es bei der Finanzbildung von Jugendlichen noch Luft nach oben gibt. Laut einer OECD-Erhebung verfügt rund ein Drittel der 15-Jährigen in Österreich nur über grundlegendes Finanzwissen. Gleichzeitig wünschen sich viele mehr Orientierung im Umgang mit Geld, sowohl im Elternhaus als auch in der Schule. Die Bereitschaft, zu lernen, ist da. Was fehlt, ist oft der Rahmen.
Deshalb lohnt es sich, früh über Geld zu sprechen. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern auf Augenhöhe. Wer versteht, wie man mit dem ersten eigenen Geld umgeht, schafft die Basis für ein Leben, in dem finanzielle Entscheidungen nicht überfordern, sondern stärken.
Expertentipp von Siegfried Huber, Kärntner Sparkasse: Früh verstehen.Gut planen. Klar handeln.
Warum ist Finanzbildung von klein auf wichtig?
Siegfried Huber: Finanzbildung beginnt im frühen Kindesalter, sei es beim Spielen oder beim ersten Bezahlen im Supermarkt. Ein guter Einstieg ist das Taschengeld. Mein Tipp für Eltern: regelmäßig auszahlen, frei verfügbar und ohne Bedingungen. So entsteht Eigenverantwortung, ohne dass der Lerneffekt verloren geht.
Was hilft Jugendlichen beim Finanzverständnis?
Jugendliche benötigen eine praktische Orientierung. Es geht darum, Sicherheit für eigene Entscheidungen zu gewinnen. Weiters braucht es offene Gespräche, Schulprojekte oder außerschulische Angebote. Finanzbildung muss für alle zugänglich sein.
Wer trägt Verantwortung für Finanzbildung?
Finanzbildung ist kein Einzelprojekt, es braucht viele, die mitwirken: Eltern, Schule, Banken und Initiativen wie FLiP. Junge Menschen lernen durch Beobachtung und Gespräche. Wer offen über Geld spricht, wer Fehler eingesteht oder kluge Entscheidungen teilt, leistet einen wichtigen Beitrag.
Im nächsten Teil geht es um das Thema „Vom Sparen zum Investieren.“

Diese Serie erscheint als Medienkooperation der Kleinen Zeitung und wird von den teilnehmenden Unternehmen finanziell unterstützt.
























