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Neo-Cheftrainer Thomas Diethart: „Ich muss das Rad nicht neu erfinden“

Ex-Tournee-Sieger Thomas Diethart (33) ist der neue Cheftrainer von Eva Pinkelnig und Kolleginnen. Der Erwartungsdruck ist hoch.

Thomas Diethart
© GEPA
Thomas Diethart

Nachdem Bernhard Metzler überraschend sein Amt niedergelegt hat, sind Sie vom Co- zum Cheftrainer befördert worden. Ein logischer Schritt?

THOMAS DIETHART: Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass er noch ein paar Jahre weitermacht und ich mich als zweite Geige noch ein bisschen einlernen kann. Aber es war wohl die logische Lösung und ich freue mich schon extrem auf die Herausforderung.

Die heimischen Skisprung-Frauen waren in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich.

Mir ist bewusst, dass ich in große Fußstapfen trete. Der Druck ist da, weil auch eine Olympiasaison vor der Tür steht. Doch den Druck habe nicht nur ich, den haben alle.

Wo werden Sie den Hebel ansetzen?

Ich muss das Rad nicht neu erfinden, im Vordergrund steht das individuelle Arbeiten. Sprich, ich muss auf jede Athletin einzeln eingehen. Und wenn das Rundherum passt, dann können sie auch gut performen.

Die einstige Überfliegerin Sara Kramer steckt nach wie vor in einer Krise.

Wenn sie weitermacht, hat sie das Potenzial, wieder ganz nach oben zu kommen. Die abgelaufene Saison war für sie nicht einfach. Und nach der Watsch‘n bei den letzten Olympischen Spielen, wo sie aufgrund von Corona nicht mitkommen durfte, ist es eben schwer, die Füße wieder auf den Boden zu bekommen.

Ist die Zusammenarbeit mit Frauen anders als mit Männern?

Einer der wenigen Unterschiede liegt vielleicht in der Kommunikation, weil sich hin und wieder herausstellt, dass man nicht vom Gleichen redet. Das ist mir in den vergangenen vier Jahren als Frauen-Trainer aufgefallen.

Ab der Saison 2026/27 werden Männer- und Frauen-Wettkämpfe nur noch zur selben Zeit am selben Ort stattfinden. Der richtige Schritt?

Ja, weil ich glaube, dass sich die Frauen noch mehr Aufmerksamkeit verdient haben. Und der Plan der FIS kann auf alle Fälle eine Aufwertung sein. Das Ganze ist ein Prozess – und dass die Frauen nächste Saison erstmals in Planica Skifliegen dürfen, ein weiterer Schritt in diese Richtung.

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