Verschub-Lok für das Bergbaumuseum Rosental rollt per Sondertransport an
Um eine ehemalige Trafostation entsteht ein zweiter Teil des Bergbaumuseums in Karlschacht. Bis zum Tag des Bergbaus am 3. Mai wird noch eine Verschub-Lok angeliefert.
Sie sind zwar schon in Pension, gehen aber einmal in der Woche freiwillig in die „Schicht“: Johann Pagger, Ernst Guttenbrunner, Johann Kolb, Gottfried Binder, Ernst Amreich, Johann Tschechowin, Manfred Nebily und Franz Borstner, alles ehemalige Mitarbeiter der GKB, schuften regelmäßig im Bergbaumuseum in Rosental, um die traditionsreiche Geschichte des Braunkohle-Abbaus in der Region für die Nachwelt zu konservieren. „Wenn jemand Fremder durch den Bezirk Voitsberg fährt, sieht er keine Spuren mehr vom Bergbau, weil alles so gut rekultiviert wurde. Zum Beispiel beim Golfplatz Maria Lankowitz, dem Badesee Piberstein oder der Schießsportarena in Voitsberg“, meint Borstner. Deshalb sei es so wichtig, die noch vorhandenen Maschinen und Geräte zu reparieren und zu erhalten. Dafür wurde sogar ein großer Container in eine Werkstätte umfunktioniert.
Aufbereitung der Braunkohle
Die Arbeit geht den Kumpeln in Rosental so schnell nicht aus, derzeit wird seit Oktober des Vorjahres an einem behindertengerechten Gebäude um die ehemalige Trafostation gewerkt, das als zweiter Teil des Museums beim Karlschacht hergerichtet wird. Finanziert wird das Vorhaben durch ein Förderprojekt der EU mit der Gemeinde Rosental. „Die alte Schaltanlage bleibt dort bestehen. Weiters werden wir eine Sammlung mit Grubenlampen zeigen und wie die Grubenwehr funktioniert hat. Zudem wird die Aufbereitung der Braunkohle erklärt“, so Borstner.
Ein wesentliches Thema ist auch die Eisenbahn. „Ohne Kohle hätte es die Bahn nicht gegeben, mit der die Kohle auch abtransportiert wurde.“ Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass demnächst eine Jenbacher Lok der GKB mit einem Sondertransport angeliefert und im Außenbereich des Museums präsentiert wird. „Drei dieser Loks, mit denen der Verschub gemacht wurde, hatte die GKB. Eine wird verschrottet, eine steht in Wies und eine bekommen wir. Diese wurde 1973 gebaut und war bis vor einigen Jahren noch im Einsatz. Diese Lok wiegt 48 Tonnen und hat 600 PS“, erklärt Borstner.
Tag des Bergbaus
Am Tag des Bergbaus, der am 3. Mai ab 11 Uhr im Karlschacht bei freiem Eintritt gefeiert wird, ist die rote Verschublok bereits zu sehen. Ebenso wie alle weiteren Geräte, die von den Männern repariert wurden und alle noch voll funktionstüchtig sind, wie Borstner stolz berichtet. Unter anderem der Walzenschrämlader aus Zangtal, der von 1974 bis 1989 unter Tag im Einsatz war sowie eine Schaltanlage mit 1000 Volt. „Die war explosionssicher und hat ein Vermögen gekostet.“
Vorgeführt werden auch ein riesiger Ventilator, mit dem Frischluft in die Grube gepumpt worden war, und verschieden breite Förderbänder. „Alle funktionstüchtig, nur wenn wir das größte Förderband einschalten würden, wäre rundum alles finster“, schmunzelt Borstner. Das Gebäude mit dem zweiten Museumsteil wird bis 3. Mai noch nicht fertig sein. „Das wird noch bis August dauern“, schätzt Borstner. Also noch einige wöchentliche „Schichten“.