Mit ihr die duftende Welt der Kräuterseifen erkunden
Katharina Weitlaner hat in Außervillgraten in einem leerstehenden Hof auf 1700 Metern Seehöhe eine Seifensiederei eingerichtet.

Schon als Kind interessierte sich ein Mädchen aus dem 18. Wiener Gemeindebezirk weniger für die Stadt, die es umgab. Die Blumen und Pflanzen in den Gärten der Omas waren viel aufregender. Also folgte Katharina Weitlaner dem Ruf der Natur, vielleicht sogar ihrer Bestimmung. „Möglich, dass mich der Storch damals unabsichtlich am falschen Fleck abgesetzt hat.“ Die 49-jährige Mutter von fünf Kindern lebt seit dem Jahr 2003 in Außervillgraten.
Blumen und Kräuter sind ihre Leidenschaft
Und weil inzwischen auch ihr jüngstes Kind alt genug ist, kann sich die ausgebildete Kräuterexpertin ausführlich ihrer Leidenschaft widmen: dem Sammeln von Alm-, Garten- und Wildkräutern und deren Verarbeitung zu hochwertiger Seife. Vor vier Jahren richtete sich Weitlaner dazu in einem leerstehenden Gehöft auf 1700 Metern Seehöhe, mit Blick über das Tal, eine Seifensiederei ein. „Blumen und Kräuter sind seit Kindertagen meine Begleiter“, erzählt die Seifenproduzentin. „Als Haarschmuck oder gepresst für diverse kreative Ideen, oder fürs Stammbuch, einfach für einen Blumenstrauß.“
Ihr umfassendes Wissen über die Wirkstoffe in Heilpflanzen ermöglicht der Zugezogenen die Herstellung feinster Essenzen, die sie in Naturseifen, Kräuterölen, alkoholischen Kräuterauszügen, Tees, Salzen, Sirupen und Likören weiterreicht. „Ich bringe den Menschen die Heilkräuter unserer Umgebung wieder näher und mache sie mit den Wirkstoffen vertraut.“
Hochwertige Seife muss reifen wie Käse oder Wein
In ihrer Seifensiederei erhitzt die Kräuterkennerin alle zwei Tage Öle, Fette, Wasser und Lauge auf 70 Grad. Daraus entstehen nach dem schonenden Abkühlen, Ausformen und Schneiden jeweils 120 Stück Seifen. Die Naturprodukte lagern dann für vier bis acht Wochen. Dabei verflüchtigen sich nicht nur die Rückstände der Lauge, die Seife reift. „Es ist wie beim guten Wein oder beim Bergkäse: Je länger die Reifezeit, umso intensiver ist das Ergebnis“, berichtet Weitlaner.

Beim Produktionsprozess selbst darf sie niemand stören, damit die strengen Hygienevorschriften eingehalten werden können. Denn die Produkte sind selbstverständlich genau geprüft und für die Anwendung auf der Haut zugelassen. Sonst sind Besucher immer gerne willkommen, um mit Katharina Weitlaner auf Wanderungen die heilsamen Pflanzen zu entdecken und viel über die Wirksamkeit zu erfahren.
Drei- bis vierhundert Seifen entstehen pro Woche hoch über dem Tal. Dazu kommen handgemachte Duschseifen, Körperseifen und Haarseifen. Händler, Vermieter, aber auch Privatpersonen kaufen regelmäßig ein. Auf der Homepage krautundseife.at zeigt Katharina Weitlaner ihre Arbeit auch in kurzen Videos.



