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Ein sechster Sinn für Autofahrer

Radar und Lidar machen als Assistenzsysteme das Autofahren sicherer. Die FH Kärnten arbeitet an der Kombination beider Systeme.

Selbstfahrende Autos könnten in Zukunft die Straßen bevölkern. Sie werden dabei auf präzise Sensoren zur Abstandsmessung angewiesen sein | Selbstfahrende Autos könnten in Zukunft die Straßen bevölkern. Sie werden dabei auf präzise Sensoren zur Abstandsmessung angewiesen sein
© ADOBE STOCK
Selbstfahrende Autos könnten in Zukunft die Straßen bevölkern. Sie werden dabei auf präzise Sensoren zur Abstandsmessung angewiesen sein|Selbstfahrende Autos könnten in Zukunft die Straßen bevölkern. Sie werden dabei auf präzise Sensoren zur Abstandsmessung angewiesen sein

Wer schon einmal das überraschende wie mulmige Gefühl verspürte, wenn das Auto mitten in der Fahrt von selber bremst, hat sich vielleicht auch schon die Frage nach dem Wie gestellt. Denn das Warum ist klar: Moderne Assistenzsysteme erkennen Hindernisse auf der Fahrbahn oft schneller als der menschliche Fahrer und leiten eine Notbremsung ein. Wie sie das machen, ist eine technische Meisterleistung, die auf den Daten verschiedenster Sensoren beruht. Darunter das altbekannte und langerprobte Radar, das elektromagnetische Wellen misst. Zur Anwendung kommt auch das Lidar, eine Weiterentwicklung dieser Technologie. Es ist präziser als Radar, weil es mit Laserlicht arbeitet.

„Beide dieser Methoden haben ihre Vor- und Nachteile. Deshalb arbeiten wir daran, Radar und Lidar miteinander zu kombinieren“, sagt Johannes Sturm. Der Professor für Mikroelektronik an der FH Kärnten ist Teil eines Forschungsprojekts, das genau diese Kombination zum Ziel hat: CoRaLi-DAR, so der Titel, läuft seit 2023 und wird federführend von den Silicon Austria Labs in Villach vorangetrieben. Mit an Bord sind Projektpartner wie Infineon, das Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik (IHP) sowie die Forschungsfirma Imec aus Belgien und den Niederlanden. Die FH Kärnten beteiligt sich mit ihrer Forschungsgruppe, dem Carinthia Institute for Microelectronics, und ist für die Entwicklung der integrierten elektronischen Schaltungen zuständig.

Die Herausforderung steckt dabei im Detail: Zu den wichtigsten Aufgaben bei der Entwicklung des Prototyps zählt die Miniaturisierung der Radar- und Lidar-Komponenten. „Um beide Technologien miteinander zu kombinieren, müssen wir sie zunächst sehr klein machen, damit sie später auch gut als Sensoren im Auto verbaut werden können“, sagt Sturm. Lassen sich Radar und Lidar eng nebeneinander auf kleinem Raum miteinander verbinden, verkürzt das auch die Signalwege für den gemeinsamen Informationsaustausch. Wenn beide Komponenten unmittelbar miteinander kommunizieren können, verringert das die Reaktionszeit des Systems – und gerade im Autoverkehr zählt ein Bruchteil einer Millisekunde.

Aber nicht nur für sicheren Straßenverkehr soll das neue System verwendet werden, präzise Abstands- und Entfernungsmessung wird auch in anderen Bereichen benötigt: Etwa bei der Landschaftsvermessung mit Flugdrohnen. „Radar ist witterungsunabhängig und liefert auch bei Nebel Daten, Lidar macht diese Daten präziser. Daher wird die Kombination aus beiden noch große Vorteile mit sich bringen“, sagt Sturm.

Johannes Sturm, FH JOANNEUM
© Kk/fh
Johannes Sturm, FH JOANNEUM

Um Radar und Lidar miteinander zu kombinieren, müssen wir sie zunächst miniaturisieren.

— Johannes Sturm

Diese Seite erscheint in Kooperation mit der Kärntner Hochschulkonferenz. Die redaktionelle Verantwortung liegt ausschließlich bei der „Kleinen Zeitung“.