Vom „Käfig“ ging es für die Geschwister in die Bundesliga
Jessica und Dominik Frieser spielen beide beim GAK. Warum für die beiden Grazer immer klar war, für die „Roten“ zu spielen und wer das erste Ligator schießen wird.

Die Triestersiedlung im Grazer Stadtbezirk Gries hat einen gewissen Ruf. Dominik und Jessica Frieser bietet die Gegend rund um die Tändelwiese aber vor allem eines: Schöne Erinnerungen. „Nach der Schule sind wir immer auf den Hartplatz beim Steirischen Fußballverband gegangen und haben gekickt“, sagt Dominik Frieser. „Als die Jessy dann älter war, war sie auch immer dabei.“ Der 31-jährige GAK-Profi ist acht Jahre älter als seine kleine Schwester. Auch Bruder Nico, der noch einmal zwei Jahre jünger als Jessica ist, war später bei den Kickereien mit von der Partie. „Wir sind sechs Geschwister, aber nur drei haben was mit Fußball zu tun“, sagt Jessica, die bei den GAK-Frauen spielt.
Gemeinsam hat man mit Freunden aus der Siedlung gegen andere Jugendliche gespielt. „Der Gewinner ist auf dem Platz geblieben“, sagt Dominik. „Sie haben die Jessy immer alleine gelassen, weil sie geglaubt haben, sie kann nicht Fußball spielen“, lacht der Flügelspieler. „Aber wir haben ja gewusst, was sie kann. Wir haben den Ball nach vorne gespielt und sie hat die ganzen Tore geschossen.“
Die „geile Zeit“ in ihrer Jugend möchte auch Jessica nicht missen. „Am Anfang haben ein paar Mitschüler oder Kinder aus der Gegend schon gelacht, wenn ich mitgespielt habe. Aber als sie gesehen haben, dass ich kicken kann, waren sie ganz schnell still.“ Für den weiteren Verlauf waren die Duelle mit den Burschen „sicher ein Vorteil“, glaubt Dominik. „Dadurch ist sie technisch extrem gut geworden.“
Rückkehr zum GAK war für beide „immer klar“
Schon im Nachwuchs waren beide beim GAK aktiv. Beide zog es aus verschiedensten Gründen dann zum Stadtrivalen. „Ich habe aber damals schon gesagt, dass ich irgendwann wieder beim GAK spielen werde“, sagt die 23-Jährige. Und auch ihr Bruder gibt zu: „Für mich war klar, dass ich für den GAK spielen möchte, sobald er wieder in der Bundesliga ist.“ Gesagt, getan. Seit diesem Sommer ist die Nummer 28 gleich zweimal an eine(n) Frieser vergeben.
Das rote Blut fließt auch dank Papa Thomas durch die Adern der Friesers. Viele Jahre war er Trainer im GAK-Nachwuchs, mittlerweile steht er den Nachwuchsspielern des LUV Graz zur Seite. „Er kommt vom Fußball nicht weg“, sagt Jessica mit einem Augenzwinkern. Gut möglich, dass Dominik in die Fußstapfen des Papas tritt. „Ich will schon irgendwann als Trainer arbeiten. Nicht unbedingt im Profibereich, aber in einer Amateurliga würde mir das taugen.“
Während der Weihnachtsfeiertage kommt die Großfamilie stets zusammen. „Der Zusammenhalt innerhalb der Familie ist uns immer schon extrem wichtig gewesen“, sagt Dominik. „Als ich zuletzt verletzt war, hab ich oft mit dem Domi telefoniert, weil er was Ähnliches gehabt hat“, sagt Jessica, die bei den Spielen ihres großen Bruders fast immer auf der Tribüne sitzt. Dass sie neben der Tätigkeit als Fußballerin ganz normal arbeiten gehen muss, während ihr Bruder davon leben kann, war nie ein Streitthema. „Nein, überhaupt nicht“, sagt Jessica. „Das ist einfach so, das akzeptiere ich. Und ich habe ja auch einen super Job“, sagt die Grazerin, die in einem Fußballfachgeschäft arbeitet.
Der Gesang des Duos ist noch ausbaufähig
Nicht nur den Verein haben die beiden übrigens gemeinsam. Beide warten auch noch auf das erste Saisontor in der Meisterschaft. Wem dieses zuerst glückt? „Na hoffentlich mir“, sagt Dominik. „Wir fangen ja viel früher wieder mit der Liga an.“ Am 8. Februar geht es für den GAK in Altach los, Jessica beginnt mit den GAK-Frauen in der 2. Bundesliga knapp einen Monat später. Die Ziele der Friesers sind ident. „Wir wollen jetzt einmal den Klassenerhalt und in naher Zukunft in die Bundesliga aufsteigen“, sagt Jessica. Auch ihr Bruder will mit dem Bundesliga-Aufsteiger die Klasse halten. „Wenn ich mir was zu Weihnachten wünschen darf, dann, dass wir mit dem GAK in der Bundesliga bleiben. Aber davon gehe ich sowieso aus. Ich habe schon vor, mit meinem Verein länger in der Bundesliga zu spielen.“
Auch, wenn der Fußball bei den Friesers das ganze Jahr das bestimmende Thema ist. Die Feiertage werden dafür genutzt, Zeit mit der Familie zu verbringen. „Am 24. kommen wir alle zusammen“, sagt Dominik. Gesungen wird übrigens auch. „Aber das kann sich keiner anhören“, sagt Jessica, die nach ihrer Knieverletzung nur einen Wunsch hat: „Gesund zu bleiben.“