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Inferno in Liezen: Versicherungsbetrug war Mordversuch

Meterhohe Flammen schießen aus den Geschäftslokalen im Erdgeschoß. Wie durch ein Wunder wird in den darüberliegenden Wohnungen niemand getötet. Noch am Tag des Brandes werden zwei Männer festgenommen.

Wegen der Inkaufnahme des Todes anderer Hausbewohner ging es beim Prozess nicht nur um Brandstiftung, sondern auch um versuchten Mord.
© FF Liezen Stadt
Wegen der Inkaufnahme des Todes anderer Hausbewohner ging es beim Prozess nicht nur um Brandstiftung, sondern auch um versuchten Mord.

März 2024. Mitten in der Nacht bricht ein Feuer in einem Liezener Geschäftslokal aus. Schnell wird der Brand zum regelrechten Inferno. Flammen schießen meterhoch aus den Fenstern des Gebäudes, während sich im Inneren ein Drama abspielt: Eine achtköpfige rumänische Familie ist von den Flammen eingeschlossen.

Trockenbauwand eingeschlagen, um Familie zu retten

Der Sohn hat schließlich den rettenden Gedanken und beginnt – erst mit einem Hammer und als dieser bricht, mit bloßen Händen – die Trockenbauwand zur Nachbarwohnung zu durchbrechen und ermöglicht seiner Familie so die Flucht vor den Flammen. Wie durch ein Wunder stirbt in dieser Nacht niemand.

Mordversuch

Wenig später werden zwei Männer festgenommen. Es ist der Betreiber des Geschäftslokals (18), in dem der Brand ausgebrochen ist, und jener Mann (39), der das Lokal zuvor geführt hat. Der Verdacht: Die beiden Syrer hätten aus Geldnot den Brand gelegt, um an die Versicherungssumme zu kommen.

Iris Hödl, David Knes | Iris Hödl, Regionalredakteurin in Liezen, hat über diesen Fall und den Prozess für die Kleine Zeitung berichtet und erzählt im Podcast-Gespräch mit Host David Knes von den Hintergründen.
© KLZ/Simon Schmiedbauer
Iris Hödl, David Knes|Iris Hödl, Regionalredakteurin in Liezen, hat über diesen Fall und den Prozess für die Kleine Zeitung berichtet und erzählt im Podcast-Gespräch mit Host David Knes von den Hintergründen.

Wegen der Inkaufnahme des Todes anderer Hausbewohner ging es beim Prozess nicht nur um Brandstiftung, sondern auch um versuchten Mord (bedingter Vorsatz). Zunächst bestreiten beide, etwas mit der Tat zu tun zu haben. Doch im Prozess verstricken sie sich in Widersprüche. Der Jüngere gesteht schließlich.

Schiefes Machtverhältnis

Im Prozess zeichnet er das Bild eines schiefen Machtverhältnisses auf verschiedenen Ebenen zwischen ihm und dem 39-Jährigen. Auch von einer sexuellen Beziehung war die Rede. Er sei vom Älteren angestiftet worden, doch der streitet alles ab. Die Geschworenen glauben ihm nicht. Die Strafe: 18 Jahre Haft für den 39- und zwölf Jahre für den 19-Jährigen.

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