Kleine Betriebe, große Not am Lehrling?
„Wir sind bei den berufspraktischen Tagen in den Schulen und bekommen auch tatsächlich viele Schnupperlehrlinge. Trotzdem hat sich heuer nur eine Schülerin ernsthaft bei uns beworben.“ Hubert Maurer beschäftigt aktuell 25 Mitarbeitende, darunter fünf Lehrlinge.
Das Fazit zur Gesamtlage ist für Hubert Maurer durchwachsen: „Die Wirtschaft in der Region floriert aus unserer Sicht, die Auftragslage ist gut“, sagt er. „Aber wir brauchen Facharbeiterinnen und Facharbeiter. Um auch in Zukunft eine gute Stammmannschaft zu haben, müssen wir Lehrlinge ausbilden.“ Womit wir beim Thema wären … Kleine Betriebe, große Not am Lehrling?
Im Handwerk geht die Arbeit nie aus. „Wir haben Standorte in Admont, Rottenmann, Wörschach und Liezen – und hier auch eine Farbenhandlung, für die wir überhaupt keine Lehrlinge finden“, meint der Malermeister. In der „Farbtechnik“ sind aktuell fünf Lehrlinge beschäftigt, darunter ein Mädchen. Einer hat gerade die LAP gemacht. „Alle sind sehr zuverlässig“ – Maurer steht hinter seinen Leuten.
„Voraussetzung für die Lehre: Genaues Arbeiten und körperliche Fitness, ein Gefühl für Farben wäre schön“, so der Firmenchef. Wobei: „Wir nehmen immer auch ‚integrative Lehrlinge‘ auf und fördern sie, vor allem in der Berufsschule.“ Und natürlich immer auch ein Mädchen.

Maler-Silber bei den WordSkills
und damit den Vize-Weltmeistertitel holte sich übrigens auch eine junge Dame: Lena Prinz aus Niederösterreich ließ die männliche Konkurrenz heuer hinter sich. 2022 bei den WordSkills in Bozen kürte sich der Steirer Christoph Pessl zum Maler-Weltmeister. „Die Maler haben immer viel gewonnen“, zeigt sich Hubert Maurer stolz. Es ist ja auch ein wirklich vielseitiger Beruf. Und außerdem: Im Handwerk geht die Arbeit nie aus.
Mädchen in die Technik
„Wir setzen uns für ein neues Bewusstsein für technische Berufe ein, besonders Mädchen sollen hier begeistert werden. Mit Metalltechnik, Elektrotechnik und Industriekauffrau finden sich immerhin schon drei solche Berufe unter den zehn häufigsten Lehrberufen von Mädchen, das war vor einigen Jahren noch undenkbar.“ – Egon Hierzegger
Tipp für Betriebe: Mädchen/Frauen in Lehrberufen mit geringem Frauenanteil können vom AMS gefördert werden (€ 400,- /max. 3 Jahre).