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In diesem Container finden Jugendliche ihre „Supa Chance“

Unter dem Titel „Mei supa Chance“ bringt ein bunter Container Jobs zu den oststeirischen Jugendlichen. Was der mobile Werkraum kann und wo er zu finden ist.

Vertreterinnen und Vertreter von Chance B und Leader-Region vor dem mobilen Werkraum
© KLZ / Veronika Teubl-Lafer
Vertreterinnen und Vertreter von Chance B und Leader-Region vor dem mobilen Werkraum
Veronika Teubl-Lafer
Redakteur Regionalredaktion Weiz

Es ist 14 Meter lang, vier Meter hoch und extravagant bunt: das ist das neue Pilotprojekt, das die Leader-Region Oststeirisches Kernland gemeinsam mit der Chance B ins Leben gerufen hat. Vier ehemalige Seefrachtcontainer, wurden auf einen gebrauchten Sattelaufleger aus Maribor aufgesetzt.

Vier Jahre, 3000 Arbeitsstunden, 30 Kilogramm Lack und 300.000 Euro Projektkosten später steht er nun da: der erste mobile Werkraum. Der Name „Mei supa Chance“ ist nicht zufällig gewählt, so verweisen die drei Anfangsbuchstaben nicht nur auf die größte Reederei Europas, von der auch die Seefrachtcontainer stammen, nämlich MSC, sondern auch auf Sinn und Zweck des Pilotprojektes: „Es soll ein einzigartiger Erlebnisraum und unkonventioneller Begegnungsort sein, der jungen Menschen mit oder ohne Beeinträchtigung das vielfältige Berufsangebot der Oststeiermark näherbringen soll“, erklärt Chance-B-Geschäftsführerin Eva Skergeth-Lopic bei der offiziellen Vorstellung vor der Oststeirerhalle in Pischelsdorf.

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Der LKW ist elektrisch betrieben und verfügt am Dach über eine Photovoltaik-Anlage
Der LKW ist elektrisch betrieben und verfügt am Dach über eine Photovoltaik-Anlage © KLZ / Veronika Teubl-Lafer

Lehrberufe ausprobieren

Auf 33 Quadratmetern finden sich ein Arbeitsbereich mit integrierter Kochwerkstatt, eine gemütliche Sitznische für Gespräche und eine Werkstatt, in der auch die Werkboxen der kreativen Lehrlingswelt Platz finden. Letzteres sind Boxen, an denen diverse Lehrberufe wie Koch/Köchin oder Tischler/Tischlerin erprobt werden können.

„8,68 Prozent der 18- bis 24-jährigen Österreicherinnen und Österreicher verfügen gerade einmal über einen Pflichtschulabschluss ohne anschließende Lehre oder Studium“, berichtet Leader-Obmann Josef Singer. Menschen, die am Arbeitsmarkt fehlen und wichtige Fachkräfte werden könnten. Durch den mobilen Werkraum sollen genau diese Menschen erreicht werden, um ihnen verschiedene Berufe schmackhaft zu machen.

Die technische Ausstattung

  • Photovoltaikanlage am Dach, zur autonomen Energiegewinnung, Anschlüsse für externe Strom- und Wasserzufuhr sind vorhanden
  • Personen- und Lastenlift für rollstuhlgerechten Zugang und Transport der Werkboxen
  • Klimaanlage und Fußbodenheizung
  • Aufklappmechanismus für zwei Balkone zur Raumerweiterung und einen Treppenbereich
  • Smartboard für interaktives und digitales Arbeiten
  • Sitznische als Computerarbeitsplatz
  • Werkboxen, Akkugeräte, berufsspezifische Werkzeuge und Arbeitsmaterialien, Schraubstock

Das Baukonzept war durchaus herausfordernd, wie Wolfgang Berger von der Leader Region Zeitkultur oststeirisches Kernland betont. Gemeinsam mit Firmen aus der Oststeiermark wurde der rollende Werkraum samt technischer Ausstattung Stück für Stück realisiert. Für das auffällige Außendesign des Containers zeichnet die Inklusionsagentur „VOI fesch“ verantwortlich, die gezielt Kunst von Menschen mit Beeinträchtigung sichtbar machen.

Barrieren abbauen

Das Motiv entstammt den drei Künstlern; Jörg Rath, Julija Djordjevic und Anton Riebenbauer. Das lebendige Gesamtkunstwerk soll das ausdrücken, was „Mei supa Chance“ möglich macht, nämlich „Verbindungen schaffen und Barrieren abbauen“, erklärt Geschäftsführer Helmuth Stöber. Durch einen eigenen Lift ist der Container darum auch barrierefrei zugänglich.

Die Inklusionsagentur „Voi fesch“ mit ihren Künstlerinnen und Künstlern
© KLZ / Veronika Teubl-Lafer
Die Inklusionsagentur „Voi fesch“ mit ihren Künstlerinnen und Künstlern

Um das Angebot so niederschwellig wie möglich zu halten, zieht ein elektrisch betriebenes Zugfahrzeug „Mei supa Chance“ künftig quer durch die Oststeiermark direkt zu den Jugendlichen. Eine Kooperation mit Schulen und Berufsorientierungsmessen ist angedacht. In der Pilotphase tourt „Mei supa Chance“ durch vier Gemeinden (Pischelsdorf, Gleisdorf, Hartberg und Pöllau).

Dass das Pilotprojekt durchaus ankommt, zeigt das große Interesse. „Es haben sich bereits andere Bundesländer gemeldet, die den mobilen Werkraum ausprobieren wollen“, freut sich Berger.

Tourstopps

  • Pischelsdorf, Oststeirerhalle: noch bis 25. September
  • Gleisdorf, Forum Kloster: von 26. September bis 4. Oktober
  • Hartberg, Hauptplatz: von 21 bis 25. Oktober
  • Pöllau, Schlosspark: von 26. bis 31. Oktober

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