Wirtschaftsmotor oder Stiefkind: Warum der Tourismus politisch eine größere Rolle spielen muss
Ein Interview mit Mag. Gernot Deutsch, Geschäftsführer Thermenhotel & Heiltherme Bad Waltersdorf und Vorsitzender der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) in der Steiermark.

Die Sommerferien vorbei, die Herbstferien vor der Tür: Wie geht es dem steirischen Tourismus?
Großartig! So wie gute Schüler voller Energie und bestens ausgestattet ins neue Schuljahr starten sollen, gehen wir gut aufgestellt in die Saison. Wir haben mit unserer großartigen Naturkulisse, der Thermenregion, der Weinstraße, den Bergen & Hügeln und der Stadt Graz für jeden etwas. Und die Gäste wissen über das ganzjährige Angebot!
Woher kommen die?
Zum großen Teil aus Österreich! Im ÖHV-Urlaubsradar liegen wir im Bundesländer-Ranking bei den Gästen mit den höchsten Ansprüchen immer ganz vorne: unseren Landsleuten!
Wie schaffen die steirischen Tourismusunternehmen das angesichts der starken innerösterreichischen und internationalen Konkurrenz?
Da geht ein ganz großer Dank an die Teams in allen Tourismusbetrieben, die sich immer viel Neues einfallen lassen und dann umsetzen und mit den Beschäftigten den Gästen ein grandioses Service bieten! Das ist ganz großes Kino – und es zeigt eines: Miteinander schaffen wir das!
Doch die wirtschaftliche Entwicklung zeigt nach unten. Wie müssen die Weichen für die Zukunft gestellt werden?
Das ist ganz entscheidend, die Steirer haben gleich zweimal die Wahl: zum Nationalrat und für den Landtag! Für den Tourismus geht es um dreierlei: Leistung belohnen, das Land und den Arbeitsmarkt öffnen statt abschotten – und Tourismuskompetenz: Die Branche ist für das Land so wichtig, da muss wer am Ruder sein, der das im kleinen Finger hat! Da geht es um Tourismuswerbung, um die Organisation der Erlebnisregionen, um Mobilität und das Miteinander von Gästen und Einheimischen, aber auch um weniger Steuern auf Arbeit. Der Tourismus kommt im Wahlkampf wenig vor, im Leben vieler Menschen spielt er eine umso größere Rolle!
