Suche

Aquileia, das offene Tor zum Mittelmeer

In Aquileia kreuzen sich die Wege von Meer und Land auf einzigartige Weise. Die Stadt an der Oberen Adria, die 1998 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde, war einst eine der größten und wohlhabendsten Metropolen des Römischen Reiches. Und das sieht man Aquileia auch heute noch an.

Die Lagune von Aquileia
© Fondazione Aquileia
Die Lagune von Aquileia

Das Wasser prägt die Geschichte dieser Region bereits seit der römischen Antike. Die Kolonie Aquileia wurde von den Römern 181 v. Chr. am nördlichsten Zipfel des Adriatischen Meeres gegründet und war ein Dreh- und Angelpunkt zwischen den Seewegen und dem Hinterland, ein zentraler und durchaus kosmopolitischer Ort. Aquileia war einerseits der Endpunkt für die Schifffahrt auf dem Adriatischen Meer, andererseits ein Ort des Handelsaustauschs und der Umverteilung in Richtung des Hinterlandes von Illyrien und des Donaugebiets, des heutigen Mitteleuropas. Hier kamen Konvois von Schiffen gefüllt mit Getreide, Wein, Öl sowie mit Fisch- und Fruchtsoßen aus Afrika, von der Iberischen Halbinsel und den orientalischen Zentren des Mittelmeeres an. Nach Aquileia gelangten aber auch Produkte aus der Adria sowie Vieh, Felle und Sklaven aus dem Donauraum. Auch Rohstoffe wie Bernstein kamen vom Baltischen Meer in die Stadt und wurden hier meisterhaft verarbeitet. Aquileia nahm also sowohl eine strategisch bedeutende Lage für die Wirtschaft ein als auch eine Rolle als Tor, das das Mittelmeer mit dem Kontinent und den Orient mit dem Westen verband. Hier wurden nicht nur Waren transportiert, es herrschte auch ein reger kultureller und religiöser Austausch.

1 / 3
Das Forum beeindruckt mit seinen Dimensionen und den (teilweise restaurierten) Säulenreihen
Das Forum beeindruckt mit seinen Dimensionen und den (teilweise restaurierten) Säulenreihen © Fondazione Aquileia

In ihrer Blütezeit im 4. Jahrhundert hatte die Stadt 50.000 Einwohner. Heute zählt Aquileia noch 3.200 Bewohner und ist ein faszinierendes Reiseziel mit zahlreichen Kunstschätzen, die in 200 Jahren Ausgrabungsarbeiten zum Vorschein kamen.

Aquileia, Unesco-Weltkulturerbe

Aquileia, Unesco-Weltkulturerbe seit 1998, war eine der größten und reichsten Städte des Römischen Reiches und ist eine der Städte im Mittelmeerraum, die möglicherweise in ihrem ganzen Ausmaß ausgegraben werden kann. Der Komplex der Patriarchalbasilika zeugt von der entscheidenden Rolle, die sie für die Verbreitung des Christentums in Europa spielte.

Die romanische Basilika ist die ehemalige Patriarchalbasilika des Patriarchats von Aquileia
© gianluca baronchelli
Die romanische Basilika ist die ehemalige Patriarchalbasilika des Patriarchats von Aquileia

Mehr zum Thema