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Freibäder starten verspätet in die Saison

Nach den Wetterkapriolen der vergangenen Wochen geht die Freibadsaison jetzt richtig los. Mancherorts haben die Unwetter heftige Schäden hinterlassen. Auf die Gäste freut man sich aber vielerorts.

Jetzt laden die steirischen Freibäder zum Schwimmen ein, wie hier im Augartenbad in Graz
© KK/Lex Karelly
Jetzt laden die steirischen Freibäder zum Schwimmen ein, wie hier im Augartenbad in Graz
+1Nicole StranzlLivia Steiner
Von  Iris Hödl und Florian Eder

Das Wetter scheint sich zu bessern, zumindest bis Freitag sind uns in der Steiermark sonnige Tage beschieden. Damit beginnt sie jetzt so richtig: die Freibadsaison. Sommer, Sonne, Schwimmbecken in 130 Freibädern in der Steiermark winken als willkommene Abwechslung zu den Unwetterkapriolen der vergangenen Wochen. Doch für viele Bäder war der Start in die Saison durchaus ein Bauchfleck.

„Heute ist der erste Tag, an dem etwas los ist“, freut sich Gregor Klan, Bademeister des Freibades Weißkirchen im Bezirk Murtal, am Dienstag. Die Saisoneröffnung sei wetterbedingt immer „schwierig“ gewesen, aber dass man erst einen Monat nach der Öffnung des Bads (am 17. Mai) richtig starten kann, habe er noch nie erlebt. Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch beim Putterersee in Aigen im Ennstal ab. „Der Andrang hat sich aber in Grenzen gehalten, wir haben schon bessere Sommerbeginne gehabt“, sagt Christian Dornbusch, Chef des Badesees. Zumindest die Anzahl der verkauften Saisonkarten sei gleich wie immer.

Saisonstart ins Wasser gefallen

Wortwörtlich ins Wasser gefallen ist der Saisonstart auch in Graz. Die Holding hat ihre Bäder (Straßgang, Stukitzbad, Augartenbad, Ragnitzbad mit privaten Pächtern, Auster, Margaretenbad und Bad zur Sonne) zum Teil bereits Anfang Mai eröffnet, bisher aber noch mit mäßiger Frequenz. „Wir liegen rund acht Prozent unter dem Mai des Vorjahres“, sagt Unternehmenssprecher Gerald Zaczek-Pichler.

Das Bild sei in der gesamten Steiermark ein ähnliches, erklärt Michael Krainer, Chef der Freizeitbetriebe der Holding, der auch als Sprecher der steirischen Freibäder agiert. Doch das sei aber noch kein Grund, die Saison abzuschreiben. „Mai und Anfang Juni sind in der Regel für nur zehn Prozent der Gesamtsaison zuständig.“

Unwetter haben große Schäden hinterlassen

Auf der anderen Seite haben manche Freibäder derzeit mit größeren Sorgen zu kämpfen. Die Unwetter der vergangenen Wochen haben ihre Spuren hinterlassen. „Bei uns ist die Badesaison bereits wieder gelaufen“, sagt Wolfgang Dolesch, Bürgermeister von Neudau. Erst vor drei Wochen waren die Sanierungsarbeiten beim Freibad der Gemeinde abgeschlossen – inklusive neuester Technik. Kurz darauf überschwemmten die Fluten ganz Neudau. „Das Freibad ist im wahrsten Sinne des Wortes mit abgesoffen“, sagt Dolesch zerknirscht. Knapp drei Meter hoch stand das Wasser im neuen Technik­raum und das ganze 48 Stunden lang. „Es war nichts mehr zu retten.“

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Im Freibad Neudau haben die Unwetter eine Spur der Verwüstung nach sich gezogen.
Im Freibad Neudau haben die Unwetter eine Spur der Verwüstung nach sich gezogen. © KK

Wie groß der Schaden tatsächlich ist, soll in den nächsten Tagen von Sachverständigen ermittelt werden. Bürgermeister Dolesch: „Dann stellt sich natürlich die Kostenfrage. Was übernimmt die Versicherung und was müssen wir selbst auftreiben?“ Dennoch hofft er, im Frühjahr 2025 wieder in die Badesaison starten zu können. „Wir wollen der Bevölkerung das bieten können und arbeiten unter Hochdruck daran“, verspricht Dolesch.

Wiedereröffnung dank Schüler und Arbeitslosen

Andere Bäder sind mit einem blauen Auge davongekommen. So wurde das Freibad Lafnitz von den Fluten erwischt, wie Bürgermeister Andreas Hofer schildert: „Es war das gesamte Becken verschlammt und auch der Brunnen, von dem wir das Wasser beziehen. Dennoch gibt es einen Lichtblick: „Wenn alles gut geht, können wir das Freibad bereits nächste Woche öffnen.“ Becken und Brunnen konnten gereinigt werden, jetzt müsse man noch die Filteranlagen erneuern. Ein Grund für die rasche Wiederöffnung sei die tatkräftige Unterstützung von sechs Langzeitarbeitslosen, die vom AMS zur Verfügung gestellt wurden. „Sie haben unter Hochdruck daran gearbeitet, das Freibad wieder vorzeigbar zu machen.“ Ähnlich gestaltet sich die Situation auch im Römerbad in Pischelsdorf, dort hat es vor allem das Interieur des Restaurants, das Kassahaus und die Eingangstüren erwischt. Unter anderem mit der Hilfe von Poly-Schülern will man Mitte nächster Woche wieder durchstarten.

„Die Leute sind richtig froh, dass es jetzt mit dem Sommer losgeht“, sagt Bademeister Klan und setzt etwas misstrauisch nach: „Schauen wir einmal, ob es jetzt wirklich schön bleibt.“

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