Wichtige Impulse für heimisches Handwerk
Die heimische Bauwirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Der Handwerkerbonus und das Wegfallen von Gebühren sollen Entspannung bringen.

Die Aussichten für die heimische Bauwirtschaft bleiben eingetrübt. Der jüngste Immobilienpreisspiegel bestätigt das: Laut dieser umfassenden Marktanalyse der Wirtschaftskammer zeigen sich einerseits moderate Steigerungsraten bei den Preisen, andererseits allerdings ein massiver Rückgang bei den tatsächlich getätigten Transaktionen von Bauland, Wohnungen und Häusern. „Zudem bemerken wir einen dramatischen Einbruch im Neubau und bei Sanierungen“, warnt Gerald Gollenz, Obmann des Fachverbandes Immobilien in der Wirtschaftskammer Österreich. Dadurch komme es zu einer Verknappung des Angebots, was mittelfristig zu höheren Kaufpreisen führen dürfte. Parallel ist es bereits zu massiven Auftragseinbrüchen bei baunahen Handwerks- und Gewerbebetrieben gekommen. Um diesen Entwicklungen entgegenzusteuern, wurden zuletzt auf Drängen der Unternehmensvertretung mehrere ordnungspolitische Maßnahmen gesetzt. So gilt seit Anfang April für private Immobilienkäufe eine Befreiung von Grundbuch- und Pfandeintragungsgebühren. Vom kürzlich beschlossenen „Handwerkerbonus“ soll indes gezielt die heimische Handwerksbranche profitieren. Konkret werden dafür für 2024 und 2025 insgesamt 300 Millionen Euro bereitgestellt, von denen man wesentliche Impulse erwartet.
Förderfähig sind demnach Leistungen von Fachbetrieben bis maximal 10.000 Euro pro Privatperson, Wohneinheit und Kalenderjahr. Dabei werden 20 Prozent der Arbeitskosten gefördert – neben Sanierungen und Renovierungen gibt es auch für die Errichtung von Aus- und Zubauten von Wohnraum eine finanzielle Unterstützung. Damit werde die regionale Wertschöpfung zielgerichtet angekurbelt, was vor allem den vielen Klein- und Mittelbetrieben hilft und Planungssicherheit schafft, loben Interessensvertreter. Zudem finanziert sich dieser Konjunkturimpuls durch erhöhtes Steueraufkommen praktisch von selbst und bringt durch die Renovierungen und Sanierungen auch einen ökologischen Mehrwert. Die Förderung kann ab 15. Juli online beantragt werden, und zwar rückwirkend für Leistungen ab dem 1. März. Für das heurige Jahr gilt eine Obergrenze von 2000 Euro, für 2025 werden es 1500 Euro sein.

Der Handwerkerbonus sichert Arbeitsplätze, weil Betriebe sich bemühen werden, keine Mitarbeiter freizusetzen, um durch die Krise zu kommen. Zudem ist er ein Instrument im Kampf gegen die Schattenwirtschaft. Entscheidend ist eine unbürokratische Abwicklung.“
— Hermann Talowski, Obmann Sparte Gewerbe und Handwerk

Das Interesse von Kunden am Handwerk ist da, es scheitert nur oft am Budget, weil qualitative Arbeit eben zeitintensiv ist und damit kostet. Der Handwerkerbonus ist daher sehr hilfreich, weil damit der richtige Bereich unterstützt wird.“
— Barbara Sieber-Vandall, Innungsmeister-Stv. Maler und Tapezierer

Vom Handwerkerbonus profitieren Betriebe, die dadurch wichtige Aufträge bekommen, genauso wie die Konsumenten, die bei Investitionen im privaten Wohnraum unterstützt werden. Damit wird Planungssicherheit geschaffen und die regionale Wertschöpfung angekurbelt.“
— Josef Herk, Präsident WKO Steiermark