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„Ein Tag der Wertschätzung“

Auch heuer ruft die Wirtschaftskammer Kärnten den 30. April zum „Tag der Arbeitgeber“ aus. WK-Präsident Jürgen Mandl über die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmer und die Hausaufgaben, die die Politik für ein unternehmensfreundlicheres Kärnten zu erledigen hat.

Der „Tag der Arbeitgeber“ ist Jürgen Mandl besonders wichtig
© DARREN OSBORNE/OZZY IMAGES
Der „Tag der Arbeitgeber“ ist Jürgen Mandl besonders wichtig

Der „Tag der Arbeitgeber“ findet dieses Jahr zum zwölften Mal statt. Welche Botschaft ist Ihnen besonders wichtig?

Jürgen Mandl: Die Unternehmerinnen und Unternehmer im Land halten die Wirtschaft am Laufen, schaffen Arbeitsplätze und sichern unsere Sozialsysteme. Der Tag der Arbeitgeber soll darauf aufmerksam machen, dass es ohne Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber keine Arbeit und keinen arbeitsfreien Tag gäbe. Die Ein-Personen-Unternehmen spielen dabei eine wichtige Rolle, denn sie haben sich ihren eigenen Arbeitsplatz geschaffen.

Ist die Botschaft bei den Menschen angekommen?

Die Unternehmer sind vom „Tag der Arbeitgeber“ begeistert, er entspricht ihrem Selbstverständnis. Generell haben wir bei der Gesellschaft, und somit auch bei den Verwaltungsorganisationen, noch viel Arbeit vor uns. Durch gemeinsames Engagement können wir eine Zukunft gestalten, in der Leistung und Verantwortung Hand in Hand gehen, in der Unternehmen florieren und Menschen gleichzeitig ein gutes Leben führen können.

Fehlt es der Gesellschaft an Leistungsbereitschaft?

Zum Teil ist der Staat schuld daran, dass die Menschen die Freude an der Arbeit verloren haben. Das Steuersystem schreckt ab. Leistungsbereitschaft muss wieder selbstverständlich werden.

Braucht es eine Neudefinition von Arbeit?

Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir das Arbeiten verlernt haben. Das fängt schon bei meinem „Lieblingsbegriff“ Work-Life-Balance an, der Arbeit und Leben als Gegensätze darstellt. Für mich ist Arbeit als wichtiger Teil des Lebens zu sehen, der nicht nur Existenzgrundlage ist, sondern auch Sinn und Selbstbestätigung gibt. Aber in Österreich diskutieren gewisse politische Kreise seit Monaten lieber über die 32-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich.

Wer mehr arbeitet, hat aber nicht mehr im Börserl.

Das ist richtig. Wer von 20 auf 40 Stunden aufstockt, arbeitet um 100 Prozent mehr – und bekommt dafür nur 72 Prozent mehr netto. Statt Leistungsanreize zu setzen, hält unser Steuersystem die Menschen vom Arbeiten ab. Leistung muss sich wieder lohnen.

Die Wirtschaft fordert Entlastungen bei Überstunden und für Pensionisten – bisher ohne Erfolg.

Das gilt auch für die Besteuerung von Überstunden oder Pensionisten, die gerne ihre Erfahrung an Jüngere weitergeben und sich etwas dazuverdienen würden. Wir haben einen Anteil der Sozialausgaben am Bruttoinlandsprodukt von knapp 30 Prozent, das ist der dritthöchste Anteil aller OECD-Länder. Aber in Österreich ist nur ein Drittel der 60- bis 65·Jährigen erwerbstätig, in Deutschland sind es 60 Prozent. Ich bin für Unterstützung für jene, die sie dringend brauchen, aber auch für Anreize für jene, die mehr leisten wollen.

Auf einen Blick

Rund 38.000 Unternehmerinnen und Unternehmer gibt es aktuell in Kärnten. Sie beschäftigen rund 190.000 Arbeitnehmer-innen und Arbeitnehmer.

Weitere Infos unter: tagderarbeitgeber.at