Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

So kommt der Frühling auf den Tisch

Wer richtig Eindruck schinden möchte, sollte sich auch bei der Tischdeko ins Zeug legen. Lebensraumgestalter Andreas Stern zeigt, wie das geht.

© Manuel Hanschitz
Georg Hoffelner
Themenlead Kulinarik

Der rote Ramsch in Herzform lauert schon von allen Seiten. Vielleicht aufgrund dieses aufgezwungenen Überangebots ist der nahende Valentinstag für viele ein Tag, an dem man seinem Partner etwas Gutes tun „muss“. Andere sind bekannterweise der Ansicht, der Valentinstag sei eine Erfindung der Floristen, damit sie in der dunklen, grauen Zeit zwischen Weihnachten und Ostern wenigstens einmal die Kassen kräftig klingeln hören.

Video - So bringt Andreas Stern den Frühling auf den Tisch

Man könnte ihn aber auch als Gelegenheit sehen, wieder einmal durch besondere Aufmerksamkeit zu überraschen. Denn wer liebt es nicht, wenn sich jemand die Zeit nimmt, sich bemüht und über sich hinauswächst? Ein Erlebnis schafft, das einer Königin oder eines Königs würdig ist? Rote Rosen kann echt jeder kaufen! Es braucht auch keine teuren Geschenke, um Liebe zu zeigen. Ein stimmungsvolles Essen bei Kerzenschein beweist auch heute noch, dass „Liebe durch den Magen geht“ – und das nicht nur am Valentinstag.

Drei Weinflaschen werden durch eine Schnur verbunden und ergeben so eine stylische Vase
© Manuel Hanschitz
Drei Weinflaschen werden durch eine Schnur verbunden und ergeben so eine stylische Vase

All jene, die keine großen Herdartisten sind, ordern eben notgedrungen etwas vom Lieferdienst, aber sorgen dann wenigstens dafür, dass der Tisch kreativ dekoriert wird. Natürlich kann man dabei tief in die Klischeekiste greifen und einen rot beherzten Kitschtisch fabrizieren. Oder man lässt sich vom Dekorateur und Floristen Andreas Stern inspirieren.

Zur Person

Andreas Stern wurde am 1. Mai 1982 geboren, aufgewachsen ist er in Feldbach. 1998 lernte er den Floristenberuf, gewann mehrere Lehrlingswettbewerbe, war Staats- und Vizeeuropameister. 2006 gründete er mit Rainer Böhm Schlichtbarock im Kieslingerhaus. Das führte ihn bereits zum Life Ball nach Wien, zum Blumenball nach Moskau oder auch zu Hochzeiten nach Las Vegas. Auch die Blumendekoration für den Besuch von Papst Benedikt XVI. in Mariazell im Jahr 2007 oblag ihm. 2021 trennten sich die Wege von Stern und Böhm. Seitdem führt er unter seinem Namen die „Lebensraumgestaltung“ alleine fort.

Das Tätigkeitsfeld von Stern reicht von Events, Fine Arts, Interior bis hin zu Ausstellungen und beeindruckenden floralen Gestaltungen
© Manuel Hanschitz
Das Tätigkeitsfeld von Stern reicht von Events, Fine Arts, Interior bis hin zu Ausstellungen und beeindruckenden floralen Gestaltungen

Der Feldbacher hat schon für den Life Ball und für den Papst dekoriert. Lebensraumgestaltung nennt er selbst sein Betätigungsfeld. „Einen Tag wie den Valentinstag sollte man nutzen, etwas zu machen, was nicht ganz dem Alltag entspricht. Etwas Aufregung und Lebendigkeit in den Tag bringt“, erklärt Stern seinen Ansatz. Der kreative Geist wagt sich in seinem Beruf in viele verschiedene Richtungen. „Weil Gestaltung natürlich etwas ist, das nicht nur an einem Blumenstrauß oder bei einem schönen, gedeckten oder inszenierten Tisch liegt, sondern es geht auch um Stimmung.“ Dabei kommt irgendwann natürlich der Raum, also die Raumstruktur, selbst ins Spiel. Wie kann man durch das Miteinbeziehen der vorgegebenen Farben eigene Zauberwelten erschaffen?

Stern verwendet für seinen Valentinstagstisch vor allem Zwiebelblumen.
© Manuel Hanschitz
Stern verwendet für seinen Valentinstagstisch vor allem Zwiebelblumen.

Für den Valentinstag hat sich Stern eine ganz besondere Zauberwelt einfallen lassen. Er versucht eine Stimmung zu erzeugen, die an einen Spaziergang in der Natur erinnert. An ein aufregendes Picknick. „Oder was man sonst so alles im Freien erleben kann.“

Dabei bedient er sich Gegenständen, die man eigentlich in fast jedem Haushalt finden sollte. Wie Weinflaschen. Verbindet man drei davon mit passenden Schnüren, ergibt sich daraus eine spannende Vase. Darin befinden sich Äste und Zweige aus der Umgebung. Sie spiegeln wider, dass die Natur derzeit noch karg ist.

Ein Kunstwerk als Valentinstagsüberraschung: das Erwachen des Frühlings, der Übergang von der Dunkelheit hin bis zu den ersten Knospen.
© Manuel Hanschitz
Ein Kunstwerk als Valentinstagsüberraschung: das Erwachen des Frühlings, der Übergang von der Dunkelheit hin bis zu den ersten Knospen.

Als erfrischenden Kontrast hat Stern vor allem Zwiebelblumen in Küchenutensilien gebettet. Kochtöpfe, Pfannen, Kaffeetassen und was man sonst so Brauchbares findet, werden zu Blumentöpfen umfunktioniert. „Frühlingsblumen sind ja der Inbegriff von Neubeginn, von diesem Kribbeln, von Aufplatzen, bis hin zur Ekstase, zum Explodieren.“ Man muss so einen umwerfend dekorierten Raum selbst betreten haben, um zu erleben, wie unmittelbar man die darin investierte Liebe spürt.

Mehr zum Thema